Psychische Störungen bei Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen

entzündliche Darmerkrankungen
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Dass Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen (IBD) häufig auch an Angst oder Depression leiden, ist bekannt. Weniger klar ist allerdings, ob eine Störung zu der anderen beiträgt, oder ob es sich um ein bidirektionales Geschehen handelt. Eine Arbeitsgruppe der Universität bzw. Universitätsklinik Leeds in Großbritannien hat dies nun in einer 2 Jahre dauernden Studie an 405 erwachsenen Patienten untersucht.

Als objektive Marker für die Krankheitsaktivität galten die Verschreibung von Glucocorticoiden oder eine plötzliche Steigerung der Krankheitsaktivität, eine Therapieeskalation, Krankenhausaufenthalte infolge der IBD-Aktivität und eine Darmresektion während des Nachbeobachtungszeitraumes. Eine Beeinflussung der Krankheitsaktivität von der Psyche bzw. dem Gehirn ausgehend (brain-gut) wurde als Entwicklung neuer IBD-Aktivität bei Patienten mit ruhender CED und anomalen HADS-Scores zu Beginn der Studie definiert. Die umgekehrte (gut-brain) Beeinflussung der Krankheitsaktivität wurde durch sich nachfolgend entwickelnde anomale HADS-Scores bei Patienten mit aktiver IBD und normalen HADS-Scores zu Beginn der Studie definiert.

Die IBD-Krankheitsaktivität zu Beginn war der Analyse zufolge mit einem fast 6-fachen Anstieg des Risikos für einen späteren anomalen Angst-Score assoziiert (Hazard Ratio [HR] 5,77; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,89–17,7).

Bei Patienten mit ruhender IBD zu Beginn der Studie korrelierten anomale Angst-Scores mit dem späteren Bedarf an Glucocorticosteroiden oder einem Aufflammen der IBD-Aktivität (HR 2,08; 95 %-KI 1,31–3,30) sowie mit einer Eskalation der Therapie (HR 1,82; 95 %-KI 1,19–2,80).

Diese Zusammenhänge blieben auch bestehen, wenn zur Definition einer ruhenden IBD zu Studienbeginn ein normaler IBD-Aktivitätsindex-Score und eine Calprotectin-Stuhlkonzentration von <250 μg/g verwendet wurden.

Fazit
In der zweijährigen Untersuchung fanden die Autoren Hinweise für bidirektionale Wirkungen zwischen der IBD-Aktivität und psychischen Störungen. Patienten mit IBD sollten hinsichtlich ihres psychischen Wohlbefindens überwacht werden, so das Fazit der Autoren.

Autoren: Gracie DJ et al.
Korrespondenz: David J. Gracie, Leeds Gastroenterology Institute, St. James’s University Hospital, Room 125, Beckett Street, Leeds, LS9 7TF, Großbritannien; [email protected]
Studie: Bi-directionality of Brain-Gut Interactions in Patients With Inflammatory Bowel Disease
Quelle: Gastroenterology 2018;154(6):1635–1646.e3.
Web: www.gastrojournal.org