Pulmonal-arterielle Hypertonie: Geringere Diversität im Darmmikrobiom

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Ergebnisse einer aktuellen Untersuchung sprechen laut den Autoren dafür, dass man die Modulation des Darmmikrobioms bei Patienten mit Pulmonal-arterieller Hypertonie (PAH) als mögliche Therapie untersuchen sollte.

Eine Dysbiose im Darm, so erläutern die Wissenschaftler den Hintergrund ihrer Arbeit, verursache eine Fehlregulation des Immunsystems und eine systemische Entzündung, indem sie zu Veränderungen von Stoffwechselprodukten im Blutkreislauf führe. Eine Entzündung sei ein treibender Faktor bei der PAH, jedoch sei aus früherer Forschung nur wenig über die Rolle eines veränderten Darmmikrobioms und mikrobieller Metaboliten bei der PAH bekannt.

Die Forschenden führten daher eine 16S-rRNA-Gensequenzierung und eine Metagenom-Analyse mit Shotgun-Sequenzierung an Stuhlproben von PAH-Patienten sowie Angehörigen als Kontrollpersonen und anderen gesunden Kontrollen durch. Bewertet wurden Entzündungsmarker, Darmpermeabilität und mikrobielle Metaboliten im Plasma bei allen 3 Personengruppen.

Die Analysen zeigten, dass das Darmmikrobiom bei PAH-Patienten eine geringere Diversität aufwies als in den Kontrollgruppen. Der Shannon-Diversitätsindex korrelierte mit Maßen der Lungengefäßerkrankung, jedoch nicht mit der rechtsventrikulären Funktion. Auf phylogenetischer Ebene ergab sich für PAH-Patienten eine spezifische Darmmikrobensignatur: Diese zeichnete sich durch weniger Kopien der Darmmikrobengene aus, die entzündungshemmende kurzkettige Fettsäuren (SCFAs) und sekundäre Gallensäuren produzieren. Ein weiteres Merkmal war eine geringere relative Häufigkeit von Arten, die diese Gene kodieren.

Passend zu den Veränderungen der Darmmikrobiota besaßen PAH-Patienten in Relation gesehen niedrigere Plasmakonzentrationen von SCFAs und sekundären Gallensäuren. Außerdem berichten die Studienautoren, dass bei PAH-Patienten eine Anreicherung der Spezies mit den mikrobiellen Genen beobachtet werden konnte, die den proinflammatorischen mikrobiellen Metaboliten Trimethylamin kodieren.

Die Wissenschaftler merken an, dass sich die Veränderungen im Darmmikrobiom und den mikrobiellen Metaboliten im Blut zwischen Patienten mit PAH und Familienkontrollpersonen nicht so erheblich unterschieden wie Patienten mit PAH und den gesunden Kontrollpersonen.

Fazit
Patienten mit PAH weisen eine proinflammatorische Darmdysbiose auf, bei der eine geringere Anzahl zirkulierender SCFAs und sekundärer Gallensäuren die pulmonale Gefäßerkrankung fördern kann. Diese Ergebnisse sprechen für eine Untersuchung der Modulation des Darmmikrobioms als potenzielle Behandlung der PAH. (ac)

Autoren: Moutsoglou DM et al.
Korrespondenz: Thenappan Thenappan; [email protected]
Studie: Pulmonary Arterial Hypertension Patients Have a Proinflammatory Gut Microbiome and Altered Circulating Microbial Metabolites
Quelle: Am J Respir Crit Care Med 2023;207(6):740-756.
Web: https://doi.org/10.1164/rccm.202203-0490OC