Pulmonale Karzinoide: TERT-Expression als Schlüsselfaktor für unterschiedliche Verläufe identifiziert1. Oktober 2024 Die Telomerase ist ein Enzym, das kurze DNA-Wiederholungen an die Enden (Telomere) eukaryotischer Chromosomen anfügt und so deren Verkürzung verhindert. Cartoon-Modell, DNA in Pink, RNA-Verlängerungsvorlage in Cyan. Bild: ©petarg – stock.adobe.com Pulmonale Karzinoide sind seltene Tumore der Lunge mit äußerst unterschiedlichen klinischen Verläufen. Bei vielen Patienten verhalten sie sich wie gutartige Tumore; eine operative Entfernung des Tumors führt bei diesen Patienten zu einer vollständigen Heilung. Bei einigen Patienten kommt es jedoch zu einem aggressiven Wachstum und einer Metastasierung des Tumors mit schlechten Heilungschancen. Die biologischen Ursachen für diese unterschiedlichen Verlaufsformen sind bis heute unklar. In einer gemeinsamen Studie entdeckten nun Wissenschaftler der Experimentellen Kinderonkologie an der Uniklinik Köln und der Translationalen Genomik der Universität zu Köln, dass der Krankheitsverlauf bei pulmonalen Karzinoiden mit einer Aktivierung des Gens TERT (Telomerase Reverse Transkriptase) verknüpft ist. Die Ergebnisse sind im „Journal of Clinical Oncology“ veröffentlicht worden.TERT codiert für einen katalytischen Subkomplex des Enzyms Telomerase, welches maßgeblich zur Stabilisierung der Telomere beiträgt. In den meisten gesunden Körperzellen ist dieses Enzym nicht aktiv, wodurch die Teilungsfähigkeit der Zellen begrenzt wird. In Stammzellen und Krebszellen dagegen führt die Aktivierung der Telomerase zu einer unbegrenzten Teilungsfähigkeit, wodurch diese Zellen unsterblich werden und unbeschränkt wachsen können.Die Kölner Wissenschaftler fanden in der aktuellen Studie heraus, dass pulmonale Karzinoide mit einem aggressiven klinischen Verlauf durch eine Aktivierung des TERT-Gens charakterisiert sind, während eine Telomerase-Aktivität in Karzinoiden mit gutartigem Verlauf fehlt. Eine vergleichbare Beobachtung hatten sie zuvor bereits bei einem kindlichen Tumor, dem Neuroblastom, gemacht: Auch bei dieser Krebserkrankung war ein ungünstiger Krankheitsverlauf vom Vorhandensein von Telomerstabilisierungs-Mechanismen abhängig.Prof. Matthias Fischer, Leiter der Experimentellen Pädiatrischen Onkologie in der Kinder- und Jugendmedizin der Uniklinik Köln und einer der beiden Letztautoren der Studie, zur Bedeutung für die Therapie von Patienten mit pulmonalen Karzinoiden: „Die Erkenntnisse dieser Studie erlauben in Zukunft eine genauere Vorhersage des Krankheitsverlaufs und somit auch eine auf die individuellen Bedürfnisse angepasste Planung der Therapie-Intensität.“ „Die Ergebnisse verdeutlichen auch, dass die Aktivierung von Telomerstabilisierungs-Mechanismen ein Kern-Merkmal bösartiger Krebserkrankungen ist, durch das sich diese von gutartigen Tumoren unterscheiden“, ergänzt Prof. Roman Thomas, Direktor der Abteilung Translational Genomik an der Universität zu Köln. „Die Entwicklung zielgerichteter Therapiestrategien gegen Telomerstabilisierungs-Mechanismen könnte daher in Zukunft die Behandlung vieler Krebserkrankungen verbessern.“
Mehr erfahren zu: "Fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom: Kombinationstherapie bewährt sich in finaler Analyse" Weiterlesen nach Anmeldung Fortgeschrittenes Nierenzellkarzinom: Kombinationstherapie bewährt sich in finaler Analyse Die Langzeitdaten der CheckMate-214-Studie zur Erstlinientherapie beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom (aRCC) zeigen einen erheblichen Überlebensvorteil mit Nivolumab plus Ipilimumab versus Sunitinib.
Mehr erfahren zu: "Onkologe wegen Betrugs zu viereinhalb Jahren verurteilt" Onkologe wegen Betrugs zu viereinhalb Jahren verurteilt Ein Onkologe, ein Apotheker, ein Unternehmensberater und teure Krebsmedikamente. Es geht um Betrug und Bestechung. Vor dem Landgericht Hamburg fällt das letzte Urteil.
Mehr erfahren zu: "Wiskott-Aldrich-Syndrom: Gentherapie erzielt langfristigen klinischen Nutzen" Wiskott-Aldrich-Syndrom: Gentherapie erzielt langfristigen klinischen Nutzen Eine einmalige Infusion genetisch veränderter autologer hämatopoetischer Stammzellen erzielt bei Patienten mit Wiskott-Aldrich-Syndrom einen dauerhaften klinischen Nutzen. Dies geht aus den Ergebnissen einer aktuellen Studie hervor, die im „New England […]