Pyoderma gangraenosum: Review zur Wirksamkeit systemischer Therapien12. Februar 2019 © Zerbor – fotolia.com Pyoderma gangraenosum (PG) ist eine Erkrankung aus dem Formenkreis neutrophiler Dermatosen und weist eine hohe Morbidität auf. Kanadische Forscher haben in einem umfassenden Review die Wirksamkeit systemischer Behandlungsoptionen evaluiert. Dazu durchsuchten sie 6 medizinische Datenbanken nach 24 Behandlungsmodalitäten für PG. Primärziel bildeten die komplette Abheilung und klinische Verbesserung, Sekundärziel die Zeitdauer bis zur Abheilung sowie das Auftreten von Nebenwirkungen. Die Autoren identifizierten 3326 Textbelege und 375 Artikel; 41 Studien entsprachen den Inklusionskriterien. Insgesamt wurden 704 Patienten ermittelt, und zwar in 26 retrospektiven Kohortenstudien, 3 prospektiven Kohortenstudien, 7 Fallserien, 1 Fall-Kontroll-Studie, 2 Open-label-Studien sowie 2 randomisierte und kontrollierte Studien (RKT). Systemische Kortikosteroide wurden am stärksten bei PG erforscht (32 Studien), gefolgt von Ciclosporin (16 Studien) und oralem Dapson (11 Studien). Eine RKT (STOP-GAP, n=121) zeigte für Prednisolon eine vergleichbare Wirkung wie für Ciclosporin: Bei 15–20 % der Patienten kam es innerhalb von 6 Wochen zur kompletten Ausheilung, nach 6 Monaten bei 47 %. Eine andere RKT (n=30) bewertete Infliximab effektiver als Placebo (46 % gegenüber 6 % Ansprechen, komplette Ausheilung nach 6 Wochen für 21 %). In 2 unkontrollierten Studien kam es unter Canakinumab und Infliximab innerhalb von 4 Monaten zu 60 % bzw. 37 % Ausheilungen. Es wurden auch Belege dafür gefunden, dass Patienten mit einer konkommitierenden Darmerkrankung von Biologika profitieren. Weitere Studien waren von minderer Evidenz und wiesen nur geringe Teilnehmerzahlen auf, unterstützten aber den Einsatz von Kortikosteroiden, Ciclosporin und Biologika. Für systemische Kortikosteroide, Ciclosporin, Infliximab und Canakinumab konnte bei der Therapie der PG die stärkste Evidenz nachgewiesen werden. Dennoch weisen die Autoren darauf hin, dass die gegenwärtige Literatur sich auf kleine Studien mit mangelnder Qualität und hoher Heterogenität beläuft. (am)
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