Quantensensoren eröffnen Einblicke in die Muskelphysiologie15. April 2021 Untersuchungsgegenstand: die elektrische Muskelaktivität in einem kleinen Fußmuskel (Foto: SciePro, stock.adobe.com Tübinger WissenschaftlerInnen ist es gemeinsam mit Forschenden aus der Schweiz und Berlin gelungen, elektrische Muskelaktivität mit bisher nicht bekannter Präzision berührungsfrei zu untersuchen. Das Team um Dr. Philip Broser (Kinderspital Sankt Gallen) und Prof. Christoph Braun (Hertie-Institut für klinische Hirnforschung, Universität Tübingen) untersuchte in ihrer Studie die elektrische Muskelaktivität in einem kleinen Fußmuskel bei einer Versuchsperson. Dabei stimulierten sie den motorischen Unterschenkelnerv (n. Tibialis) des Probanden durch einen kurzen Reiz. Die sich anschließende elektrische Muskelaktivität erfassten sie mithilfe neuester Magnetfeldsensoren. Diese auf quantenmechanischen Prinzipien basierenden Sensoren werden auch optisch gepumpte Magnetometer, kurz OPM, genannt. Sie ermöglichten den Forschenden, die sehr kleinen magnetischen Felder aufzuzeichnen, welche durch die elektrische Aktivität im Muskel generiert wird und bis an die Körperoberfläche ausstrahlt. Auf diese Weise konnte das Team das sich im Muskel ausbreitende Aktionspotential messen, ohne dass die Sensoren den Probanden berührten.Professor Markus Siegel, Direktor der Abteilung für neuronale Dynamik und Magnetenzephalographie des Hertie-Instituts für klinische Hirnforschung Tübingen, in der die Studie durchgeführt wurde, betont, dass diese Arbeit einen wichtigen und grundlegenden Schritt hin zu vollkommen neuen diagnostischen Verfahren in der klinischen Neurophysiologie darstelle. So könne diese Technik etwa das Potential haben, langfristig die bisher verwendete schmerzhafte Nadeluntersuchung des Muskels zu ersetzen. Das würde unter anderem neue diagnostische Möglichkeiten in der Neurologie und Sportmedizin eröffnen. Von besonders großem Nutzen wäre die Entwicklung dieser Technik insbesondere in der Kinderheilkunde – so könnte in Zukunft etwa der Therapieerfolg bei spinaler Muskelatrophie (SMA) schmerzfrei bestimmt werden. Originalpublikation:Broser PJ, Middelmann T, Sometti D et al. Optically pumped magnetometers disclose magnetic field components of the muscular action potential. J Electromyogr Kinesiol 2021;56:102490, doi: 10.1016/j.jelekin.2020.102490.
Mehr erfahren zu: "Erstmals Leitlinie zur Phagentherapie – Wem kann sie helfen?" Erstmals Leitlinie zur Phagentherapie – Wem kann sie helfen? Phagentherapie gilt als Hoffnung für Patienten mit Infektionen, bei denen Antibiotika nicht wirken. Jetzt gibt es erstmals eine Leitlinie zur Phagentherapie. Für wen eignet sich die Behandlung?
Mehr erfahren zu: "Merz sieht Gerechtigkeitsproblem bei Kassen- und Privatpatienten" Merz sieht Gerechtigkeitsproblem bei Kassen- und Privatpatienten Die schwarz-rote Koalition ringt um Akzeptanz für die geplanten Reformen im Renten- und Gesundheitsbereich. Nun räumt Bundeskanzler Friedrich Merz ein, dass die Unterschiede zwischen gesetzlich und privat Versicherten das Gerechtigkeitsempfinden […]
Mehr erfahren zu: "Kutaner Lupus: Weniger infektionsbedingte Hospitalisierungen unter Anifrolumab" Kutaner Lupus: Weniger infektionsbedingte Hospitalisierungen unter Anifrolumab Bei chronischem kutanen Lupus ist eine Behandlung mit Anifrolumab mit weniger infektionsbedingten Hospitalisierungen assoziiert, so das vorläufige Ergebnis einer US-amerikanischen Untersuchung.