Rauchen und Krebsrisiko: Dauerhafter Verzicht bringt am meisten

© Creative Cat Studio – stock.adobe.com (Symbolbild)

Viele Raucher wollen ihr Laster theoretisch aufgeben, schaffen es praktisch aber gar nicht, nur partiell oder fangen wieder an. Wie bildet sich der komplette oder teilweise Verzicht oder die Wiederaufnahme im Krebsrisiko ab?

In einer landesweiten Kohortenstudie hatte ein Team um Jung Eun Yoo vom Seoul National University Hospital in Südkorea 893.582 Teilnehmer identifiziert, die rauchten, als sie sich 2009 einem Gesundheitsscreening unterzogen und 2011 ein Folgescreening hatten. Von ihnen nahmen 682.996 an einem 3. Screening im Jahr 2013 teil. Die Teilnehmer wurden als Raucher, Reduzierer I (≥50% Reduktion), Reduzierer II (<50% Reduktion), Erhalter (Referent) oder Erhöher (≥20% Steigerung) eingestuft. Die Ergebnisdaten wurden bis zum 31.12.018 erhoben.

Die Berechnungen ergaben, dass Reduzierer I ein verringertes Risiko für alle Krebsarten (adjustierte HR [aHR] 0,96; 95%-KI 0,93–0,99), mit dem Rauchen assoziierte Karzinome (aHR 0,95; 95%-KI 0,92–0,99) und Lungenkrebs (aHR 0,83; 95%-KI, 0,77–0,88) zeigten. Jene, die das Rauchen aufgaben, hatten das niedrigste Risiko für alle Krebsarten (aHR 0,94; 95%-KI 0,92–0,96), mit dem Rauchen assoziierte Krebsarten (aHR 0,91; 95%-KI 0,89–0,93) und Lungenkrebs (aHR 0,79; 95%-KI 0,76–0,83).

In einer weiteren Analyse mit 3 aufeinanderfolgenden Screenings senkte die zusätzliche Rauchreduktion (von Reduzierer II zu Reduzierer I) das Lungenkrebsrisiko (aHR 0,74; 95%-KI 0,58–0,94) im Vergleich zu Erhaltern. Die Aufgabe des Rauchens unter Reduzierern I verringerte das Risiko für alle Krebsarten (aHR 0,90; 95%-KI 0,80–1,00), mit dem Rauchen assoziierte Krebsarten (aHR 0,81; 95%-KI 0,81–0,92) und Lungenkrebs (aHR 0,66; 95%-KI 0,52–0,84) im Vergleich zu jenen, die weiter rauchten.

Die Wiederaufnahme des Rauchens nach dem Aufhören, selbst auf einem niedrigeren Niveau, erhöhte das Risiko für mit dem Rauchen assoziierte Krebsarten (aHR 1,19; 95%-KI 1,06–1,33) und Lungenkrebs (aHR 1,48; 95%-KI 1,21–1,80) im Vergleich zur dauerhaften Aufgabe.

Fazit
Die Raucherentwöhnung und – in geringerem Maße – die Reduzierung des Rauchens verringerten das Krebsrisiko. Die Wiederaufnahme erhöhte das Krebsrisiko im Vergleich zu einem dauerhaften Rauchstopp. (sf)

Autoren: Yoo JE et al.
Korrespondenz: Kyungdo Han; [email protected]
Studie: Effect of smoking reduction, cessation, and resumption on cancer risk: A nationwide cohort study
Quelle: Cancer 2022;128(11):2126–2137.
Web: https://doi.org/10.1002/cncr.34172