Raucherentwöhnung: Persönliche Beratung und Pharmakotherapie wirken am längsten

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Es gibt verschiedene Arten von Interventionen zur Raucherentwöhnung, die im Rahmen eines Lungenkrebs-Screenings vielversprechend sind, sagen die Autoren einer neuen Studie. Den Wissenschaftlern aus den USA war aufgefallen, dass in aktuellen Leit­linien zwar die Durchführung von Maßnahmen zur Raucherentwöhnung in einem solchen Setting empfohlen werden, dass es aber nur begrenzte Daten gibt, die Medizinern und politischen Entscheidungsträgern bei der Auswahl entsprechender Interventionen in einer solchen Situation helfen.

Laut den Aussagen der Studienautoren werden derzeit verschiedene Untersuchungen durchgeführt, um diese Evidenzlücke zu schließen, doch die Ergebnisse werden erst in einigen Jahren erwartet.

Die Wissenschaftler führten eine systematische Überprüfung und Metaanalyse der aktuellen Literatur zur Wirksamkeit von Maßnahmen zur Raucherentwöhnung bei Bevölkerungsgruppen durch, die für ein Lungenkrebs-Screening infrage kamen. Sie durchsuchten die Datenbanken PubMed, Medline und PsycINFO nach randomisierten, kontrollierten Studien zu Maßnahmen der Raucherentwöhnung, die zwischen 2010 und 2017 veröffentlicht wurden. Arbeiten wurden in die Analyse aufgenommen, wenn darin Personen befragt wurden, bei denen aufgrund ihres Alters und ihrer Rauchgewohnheiten die Teilnahme an einem solchen Screening sinnvoll. war.

Weitere Kriterien waren eine Stichprobengröße >100, eine Nachbeobachtungszeit von 6 oder 12 Monaten. Berücksichtigt wurden Studien aus Nordamerika, Westeuropa und Australien. Insgesamt 3 Untersucher überprüften unabhängig voneinander 3813 Abstracts und identifizierten 332 zur Volltextüberprüfung. Davon wurden 85 Studien eingeschlossen und auf der Grundlage der darin eingesetzten primären Intervention in Kategorien eingeteilt: elektronische/webbasierte Intervention, persönliche Beratung, Pharmakotherapie und telefonische Beratung.

Die Autoren stellten fest, dass nach 6 Monaten der Nachbeobachtung die elektronische/webbasierte Intervention (OR 1,14; 95 %-KI 1,03–1,25), die persönliche Beratung (OR 1,46; 95 %-KI 1,25–1,70) und die Pharmakotherapie (OR 1,53; 95 %-KI 1,33–1,77) die Abstinenzwahrscheinlichkeit signifikant erhöhten.

Eine telefonische Beratung erhöhte zwar die Wahrscheinlichkeit, erreichte jedoch keine statistische Signifikanz (OR 1,21; 95 %-KI 0,98–1,50). Nach 12 Monaten blieben die persönliche Beratung (OR 1,28; 95 %-KI 1,10-1,50) und die Pharmakotherapie (OR 1,46; 95 %-KI 1,17–1,84) wirksam, wenn auch die Abnahme der Wirksamkeit in allen Interventionskategorien von ähnlichem Ausmaß war.