Re-Hospitalisierung von COVID-19-Patienten: Atemwegskomplikationen sind der häufigste Grund26. August 2020 Foto: © upixa/Adobe Stock US-amerikanische Forscher haben in einer kürzlich veröffentlichten Studie die Merkmale von Patienten beschrieben, die innerhalb von 14 Tagen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus, wo sie wegen COVID-19 behandelt worden waren, erneut hospitalisiert oder in der Notaufnahme vorstellig wurden. Analysiert hatten die Studienautoren die Daten von 2864 Patienten mit COVID-19, die in eines von 5 Krankenhäusern des Mount-Sinai-Gesundheitssystems eingewiesen, dort behandelt und entlassen worden waren und später wieder aufgenommen wurden. Die Forscher werteten Informationen aus elektronischen Patientenakten aus, einschließlich der Zeit in der Notaufnahme und im Rahmen eines ambulanten Laborbesuchs. Sie berücksichtigten auch mehr als 100 Variablen, einschließlich demografischer Daten, die wichtigsten Vitalzeichen, Diagnosen, Komorbiditäten, während des Krankenhausaufenthaltes durchgeführte Verfahren, Versorgung auf der Intensivstation und Outcomes. Von den in der Analyse berücksichtigten Patienten kehrten mehr als 100 (3,6%) nach etwa 4,5 Tagen in die Notfallversorgung zurück; 56 der Rückkehrer mussten erneut stationär aufgenommen werden. Die Hälfte der Patienten wurden wegen Atemwegserkrankungen erneut vorstellig. Im Vergleich zu Patienten, die nicht zurückkehrten, hatten die wieder vorgestellten Personen höhere Raten an chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen und Hypertonie. Rückkehrer waren zudem zuvor über einen kürzeren Zeitraum stationär behandelt worden, wiesen geringere Antikoagulationsraten auf und hatten mit geringerer Wahrscheinlichkeit eine intensivmedizinische Versorgung benötigt. Alter, Geschlecht und Abstammung/ethnische Zugehörigkeit unterschieden sich zwischen den erneut aufgenommenen Patienten und jenen, die nicht zurückkehrten, nicht. „Diese Studie zeigt, dass bei vielen Patienten nach einer Krankenhauseinweisung wegen COVID-19 anhaltende Auswirkungen zu beobachten sind“, erklärt Girish Nadkarni vom Mount-Sinai-Gesundheitssystem. Es bestehe somit die Möglichkeit für Längsschnittstudien, in denen die langfristigen Auswirkungen von COVID-19 auf die Patienten-Outcomes bei Entlassung weiter untersucht werden könnten. Dr. Anuradha Lala vom Mount-Sinai-Gesundheitssystem ergänzt: „COVID-19 hat vielerorts abgenommen und ist dann wieder aufgetaucht. Daher ist es für uns von entscheidender Bedeutung, den Verlauf der Erkrankung nach dem Krankenhausaufenthalt und die Risikofaktoren für eine erneute Hospitalisierung zu verstehen. Während der Betreuung der Patienten auf dem Höhepunkt der Pandemie in New York City lag unser Fokus auf einer sicheren und effizienten Entlassung, um Platz für neue Patienten zu schaffen und eine zusätzliche Exposition zu verhindern. Wenn wir in eine Phase eintreten, in der COVID-19 keine neuartige Krankheit mehr ist, müssen wir unsere Aufmerksamkeit auf die postakute Phase richten und verstehen, wie man Patienten gesund bzw. aus dem Krankenhaus heraushält.“
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