Studie zeigt akute Auswirkungen von Tabakerhitzern auf das Herz-Kreislauf-System2. November 2026 Aktuelle Studiendaten sprechen gegen die Hypothese, dass die Verwendung von Tabakerhitzern eine weniger schädliche Alternative zu herkömmlichen Zigaretten darstellt. (Symbolfoto: ©galaganov/stock.adobe.com) Bereits der einmalige Konsum von erhitztem Tabak kann unmittelbar die Funktion der Blutgefäße beeinträchtigen, den Blutdruck erhöhen und DNA-Schäden an Blutzellen verursachen. Das zeigt eine neue Studie unter Leitung der Universitätsmedizin Mainz. Forschende der Universitätsmedizin Mainz untersuchten die unmittelbaren Auswirkungen von zwei hintereinander konsumierten Tabaksticks bei ansonsten gesunden Rauchern. Ihre Ergebnisse stellen Behauptungen infrage, wonach Tabakerhitzer für das Herz-Kreislauf-System wesentlich weniger schädlich seien als herkömmliche Zigaretten. Die Forschungsergebnisse wurden im „European Journal of Preventive Cardiology“ veröffentlicht. Unmittelbare Auswirkungen nach einmaligen Konsum untersucht Tabak- und Nikotinkonsum belasten die Gesundheit auf vielfältige Weise. So kann Tabakrauch unter anderem unterschiedliche Krebsarten verursachen, ist für bis zu 90 Prozent aller Lungenkrebsfälle verantwortlich, erhöht das Risiko für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kann die Lebenserwartung um durchschnittlich fünf bis zehn Jahre verkürzen. Tabakheizprodukte, die Tabak erhitzen anstatt ihn zu verbrennen, werden häufig als weniger schädliche Alternative zu herkömmlichen Zigaretten vermarktet. Unabhängige Erkenntnisse zu ihren unmittelbaren Auswirkungen auf die Gesundheit sind jedoch bislang begrenzt. Die aktuelle Studie der Universitätsmedizin Mainz konnte nun die unmittelbaren Auswirkungen zeigen, die bereits nach einmaligem Konsum von erhitztem Tabak auftraten. „Unsere Ergebnisse zeigen, dass eine akute Exposition ausreichte, um bei ansonsten gesunden Rauchenden Gefäßfunktionsstörungen, Stoffwechselstörungen und genetische Schäden auszulösen“, sagt die Studienleiterin Dr. Lea Strohm, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Kardiologie an der Universitätsmedizin Mainz. „Damit stellt die Studie Behauptungen infrage, wonach erhitzte Tabakprodukte für das Herz-Kreislauf-System weniger schädlich seien als herkömmliche Zigaretten.“ Studie entdeckt akute Beeinträchtigungen An der Studie nahmen 30 gesunde erwachsene Raucherinnen und Raucher teil. Die Teilnehmenden gaben Blutproben ab, ließen ihren Blutdruck messen und ihre Blutgefäße mittels Ultraschall untersuchen. Im Anschluss konsumierten sie zwei Tabaksticks mit einem Tabakheizgerät. Danach wiederholten die Forschenden die Untersuchungen und verglichen die Ergebnisse mit den Ausgangswerten. Nach dieser einmaligen Konsumphase stieg der Blutdruck der Teilnehmenden, die Blutgefäße waren weniger elastisch und die Sauerstoffsättigung in den Venen sank von 71 auf 46 Prozent. Darüber hinaus fanden die Forschenden DNA-Schäden an Blutzellen sowie Hinweise auf oxidativen Stress. Um zu untersuchen, wie lange diese beobachteten Effekte anhalten, sind laut den Forschenden jedoch größere Langzeitstudien erforderlich. Erhitzter Tabak erzeugt zwar weniger Verbrennungsprodukte, doch das konsumierte Nikotin schädigt weiterhin die Gefäßinnenwand, erhöht den Blutdruck und begünstigt Arteriosklerose, erklärt Mitautor Prof. Thomas Münzel, Seniorprofessor am Zentrum für Kardiologie der Universitätsmedizin Mainz. „Kein nikotinhaltiges Produkt, egal ob geraucht, erhitzt, verdampft oder resorbiert, kann als sicher für das Herz und die Blutgefäße angesehen werden“, sagt Münzel. Die Studienautoren sprechen sich daher für die Berücksichtigung sämtlicher nikotinhaltiger Produkte in der Gesundheitspolitik sowie für einen einheitlichen Regulierungsrahmen aller Nikotinprodukte aus. Dazu zählt Münzel Aromabeschränkungen, Werbeverbote und Rauchverbote, die für sämtliche Produkte gelten. Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Breites Bündnis fordert: Kein Verkauf von Nikotinbeuteln in Deutschland Kein risikofreier Nikotinkonsum: Forschende ermitteln Belastung für Herz-Kreislauf-System
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