Reform der Psychotherapeutenausbildung muss zu eigenständiger KV führen22. Mai 2019 Die Allianz deutscher Ärzteverbände fordert die Entlassung der psychologischen Psychotherapeuten aus dem System der KVen. (Foto: © fotomek – stock.adobe.com) Anlässlich der anstehenden Reform der Psychotherapeutenausbildung fordert die Allianz deutscher Ärzteverbände die Entlassung der psychologischen Psychotherapeuten aus dem bisherigen System der KVen. „Die Weiterentwicklung der psychologisch-psychotherapeutischen Ausbildung etabliert mit zwei psychologischen Studiengängen einen neuen approbierten Heilberuf, der kein wissenschaftlich anerkanntes Psychotherapie-Verfahren anwenden kann. Die auf dieser Basis entstehenden Fachgebiete sollen kammerautonom entwickelt werden. Die Weiterbildung soll in Teilen über die Kassenärztlichen Vereinigungen finanziert werden. Wenn der Gesetzgeber schon einen solchen neuen, approbierten psychologischen Heilberuf und die Basis für ein neues psychologisches Versorgungssystem neben und in Teilen konkurrierend mit dem ärztlich-medizinischen Versorgungssystem schafft, muss er das auch mit allen Konsequenzen tun. Das heißt er muss eigenständige Kassen-Psychologisch-Psychotherapeutische Vereinigungen formen und die psychologischen Psychotherapeuten aus dem bisherigen System der KVen entlassen“, erklärte der Sprecher der Allianz deutscher Ärzteverbände, Dr. Dirk Heinrich. Psychotherapie sei weder ein Fach, noch ein Gebiet. Ärzte, Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten wendeten die gleichen Verfahren der Richtlinienpsychotherapie an, ausschließlich als Behandlungsweise, also beschränkt auf Therapie. Diese Einheit rechtfertige bis heute, weshalb die Kassenärztlichen Vereinigungen auch für nicht ärztliche Psychotherapeuten geöffnet wurden, heißt es in einer Erklärung der Allianz. Mit dem aktuellen Gesetzesentwurf werde aber ein von der Ärzteschaft abgespaltener Heilberuf etabliert und damit logischerweise auch eine eigene Kassen-Psychologisch-Psychotherapeutische Vereinigung nötig. „Rosinenpickerei auf Kosten der Patienten und Ärzte können wir nicht tolerieren“, sagte Heinrich weiter. „Laut der aktuellen Vorstellungen und Forderungen der Kammer sollen niedergelassene Ärzte Weiterbildungen der Psychologischen Psychotherapeuten zahlen, die ihnen selbst nicht offenstehen. Gleichzeitig wird aber die Zuständigkeit für alles Psychische, Psychosomatische und sogar auch für die physische Gesundheit reklamiert.“ Im Sinne der Patienten müsse klar zwischen ärztlichen und nicht ärztlichen Psychotherapeuten unterschieden werden. Es wäre fatal, die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ verallgemeinernd für Heilberufler sehr unterschiedlicher Qualifikationsniveaus einzuführen – besonders, da Absolventen des geplanten neuen Studiengangs die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ erhalten sollen, ohne umfassende praktische Erfahrung in Psychotherapie zu besitzen, erklärte die Allianz. Der Allianz deutscher Ärzteverbände gehören der Berufsverband deutscher Internisten (BDI), die Gemeinschaft fachärztlicher Berufsverbände (GFB), der Hartmannbund, Medi Geno Deutschland, der NAV-Virchow-Bund sowie der Spitzenverband Fachärzte Deutschlands (SpiFa) an.
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