Regelmäßige Wimpernverlängerungen können zu Milbenbefall führen15. September 2026 Der Parasit Demodex folliculorum kann eine Demodikose verursachen.Illustration.©fotovapl-stock.adobe.com Eine Studie unter jungen Frauen, die regelmäßig Wimpernverlängerungen vornehmen lassen, hat ergeben, dass bei den meisten von ihnen winzige Milben, sogenannte Demodex folliculorum, auf den Wimpern leben. Diese Milben können eine schmerzhafte Hautreaktion auslösen, die als Demodikose bezeichnet wird. Die Studie wurde von Dr. Tetiana Zhmud von der Abteilung für Augenheilkunde der Nationalen Pirogov-Gedenk-Medizinischen Universität in Winnyzja, Ukraine, auf dem 44. Kongress der European Society of Cataract and Refractive Surgeons (ESCRS) vorgestellt. Die Untersuchungen zeigen, dass viele der Frauen Symptome einer Augenreizung aufweisen und meist Probleme mit den Meibom-Drüsen haben. Zudem weisen die Forscher darauf hin, dass einige einfache Hygienemaßnahmen Wimpernverlängerungen wesentlich sicherer machen könnten. Dazu gehört das Reinigen der Wimpern und gegebenenfalls die Behandlung eines Milbenbefalls. Regelmäßige Wimpernverlängerungen können zu Meibomdrüsen-Dysfunktion und Milbenbefall führen Für die Studie führten Zhmud und ihre Kollegen eine Umfrage unter 345 Frauen im Alter zwischen 16 und 28 Jahren durch. Sie stellten fest, dass fast ein Viertel bereits Wimpernverlängerungen hatte vornehmen lassen. Mehr als die Hälfte (58 %) ließ sich alle drei bis vier Wochen Wimpernverlängerungen anbringen. Fast die Hälfte derjenigen, die Wimpernverlängerungen hatten (47,6 %), litt nach dem Eingriff unter Beschwerden, Rötungen, Tränenfluss oder Juckreiz. Die Forscher nutzten die Meibographie, um mithilfe von Infrarotlicht die Meibomdrüsen durch die Augenlider hindurch zu untersuchen. Von den Frauen, die mindestens zehnmal Wimpernverlängerungen hatten, wiesen die meisten (85 %) Anzeichen einer Meibomdrüsen-Dysfunktion auf. Das bedeutet, dass die Drüsen verstopft waren oder nicht das richtige Öl produzierten, um die Augen feucht zu halten. Anschließend untersuchten Sie unter dem Mikroskop Wimpernproben von 25 Frauen, die regelmäßig Wimpernverlängerungen vornehmen ließen. Bei allen bis auf eine fanden sie die Hautmilbe Demodex folliculorum. Bei 18 Frauen stellten die Forschenden typische Anzeichen einer durch Hautmilben verursachten Hautreizung fest. Darunter waren Juckreiz und Reizungen im Bereich der Augenlider, Rötungen, Schwellungen, verklebte Wimpern und schuppige Haut am Wimpernansatz. Bei regelmäßigen Wimpernverlängerungen ordnungsgemäße Augenlidhygiene anwenden „Unsere Ergebnisse legen nicht nahe, dass man Wimpernverlängerungen gänzlich vermeiden sollte. Sie unterstreichen jedoch die Bedeutung einer ordnungsgemäßen Augenlidhygiene, des Bewusstseins für Symptome und einer rechtzeitigen Abklärung, wenn Symptome auftreten. Für die optimale Pflege von Wimpernverlängerungen kann die zweimal tägliche Anwendung eines konservierungsmittelfreien, hypoallergenen Gels, das für die therapeutische Augenlidhygiene entwickelt wurde, mithilfe einer Wimpernreinigungsbürste empfohlen werden. Bei Personen mit bestätigtem Demodex-Befall kann eine antiparasitäre Behandlung in Betracht gezogen werden“, erklärte Zhmud. Bei Patienten mit Augenreizungen und regelmäßigen Wimpernverlängerungen Blepharitis in Betracht ziehen „Für Ärzte unterstreichen diese Ergebnisse, wie wichtig es ist, bei Patienten mit chronischen Augenlidreizungen, insbesondere bei denen, die regelmäßig Wimpernverlängerungen tragen, eine demodektische Blepharitis in Betracht zu ziehen. Für Kosmetikerinnen könnten unsere Ergebnisse die Entwicklung von Empfehlungen zur Augenlidhygiene sowie die Notwendigkeit unterstützen, Kundinnen über potenzielle Risiken für die Augengesundheit im Zusammenhang mit wiederholten Wimpernverlängerungen aufzuklären.“ Die Forscher weisen darauf hin, dass es sich um eine kleine Studie handelt. Darüber hinaus enthielt sie keinen Vergleich mit jungen Frauen, die keine Wimpernverlängerungen hatten. Deshalb sollten weitere Analysen mit größeren Gruppen mit und ohne Wimpernverlängerungen durchgeführt werden, um zu untersuchen, wie viele Milben vorhanden sind. Gleichzeitig sollte überprüft werden in welchem Zusammenhang die Häufigkeit von Wimpernverlängerungen mit der Augengesundheit und den Symptomen eines Milbenbefalls steht. (sas/BIERMANN)
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