Regenerative Stammzelltherapie bei kardiovaskulären Erkrankungen3. April 2017 © psdesign1 – fotolia.com Auf dem Feld der Regenerativen Medizin mit Stammzellen zur Behandlung kardiovaskulärer Erkrankungen wird fortlaufend Fortschritt gemacht, dennoch existieren nach wie vor signifikante Barrieren vor der klinischen Implementierung. Forscher um Dr. Patricia K. Nguyen von der Stanford University School of Medicine haben die aktuellen Barrieren zusammengefasst und diskutieren potenzielle Strategien, um sie zu überwinden. Sie kommen zu dem Ergebnis, dass trotz wichtiger Errungenschaften die Stammzelltherapie noch nicht für die routinemäßige klinische Anwendung bereit ist. Es seien noch erhebliche Forschungsarbeiten nötig, um die in ihrem Review umrissenen klinischen Barrieren zu adressieren, bevor die nächste Welle großer klinischer Studien anläuft. Die Informationen für ihre Übersichtsarbeit erhielten die Autoren durch eine Suche in PubMed und der Cochrane-Datenbank nach Studien in Englisch, die zwischen dem 01.01.2000 und dem 25.07.2016 publiziert worden waren. Sie schlossen 10 randomisierte klinische Studien und 8 systematische Übersichtsarbeiten ein. Wie die Auswertung ergab, ist eine der großen klinischen Barrieren, die einer routinemäßigen Implementierung der Stammzelltherapie bei Patienten mit kardiovaskulärer Erkrankung entgegenstehen, der bislang beobachtete eingeschränkte und uneinheitliche Nutzen. Die Gründe für diesen Befund sind unklar, könnten aber auf schlechte Zellretention und schlechtes Zellüberleben zurückgehen, wie zahlreiche präklinische Studien und eine kleine Zahl von Studien an Menschen mit Bildgebung nahe legen. Es sind weitere Studien an Menschen mit Bildgebung zur Klärung des Zellschicksals erforderlich, um zu verstehen, wie diese Faktoren zur begrenzten Wirksamkeit der Stammzelltherapie beitragen. Entsprechende Behandlungsstrategien werden derzeit erforscht. Darunter ist die gleichzeitige Anwendung von immunsuppressiven und das Überleben begünstigenden Substanzen, die Zufuhr in Exosomen gepackter kardioprotektiver Faktoren statt der Zellen selbst und der Einsatz von Tissue-Engineering-Strategien, um strukturelle Unterstützung für die Zellen zu liefern. Würden damit größere Implantate möglich, müsse sorgfältig auf die potenziellen Risiken von Tumorigenität, Immunogenität und Arrhythmogenität hin beobachtet werden, betonen Nguyen und ihr Team. Autoren: Nguyen PK et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Potential Strategies to Address the Major Clinical Barriers Facing Stem Cell Regenerative Therapy for Cardiovascular Disease: A Review Quelle: The Journal of the American Medical Association (JAMA) Cardiol 2016;1(8):953–962. Web: dx.doi.org/10.1001/jamacardio.2016.2750
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