Regensburger Neuroonkologie mit neuer Finanzierung13. März 2020 MRT eines Patienten mit Glioblastom vor (oben) und nach (unten) molekularer neuropathologischer Diagnostik und zielgerichteter Therapie. (© UKR) Seit ihrer Gründung im Jahr 2011 wurde die Wilhelm Sander-Therapieeinheit NeuroOnkologie des Universitätsklinikums Regensburg (UKR) und des medbo Bezirksklinikums Regensburg mit insgesamt 3,14 Millionen Euro durch die Wilhelm Sander-Stiftung gefördert. Beide Einrichtungen setzen diese Therapieeinheit nun in eigener Verantwortung fort. Mit der Förderung verfolgte die Stiftung das Ziel, an jedem Universitätsklinikum in Bayern Therapieeinheiten zur Behandlung bestimmter Krebserkrankungen zu etablieren. In Regensburg entschied man sich im Bereich der Neuroonkologie tätig zu werden und die bestehenden Behandlungs- und Forschungsstrukturen sukzessive zu erweitern. „Die Therapieeinheit dient als interdisziplinärer Knotenpunkt für alle Informationen rund um Hirntumoren. Von dort aus werden alle beteiligten Kliniken und deren medizinische Fachgebiete eingebunden und die Patienten in eine ambulante oder stationäre Behandlung weitergeleitet und bestmöglich betreut“, erklärt Prof. Peter Hau, Leiter der Wilhelm Sander-Therapieeinheit und Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Neurologie. Zukünftig wird die Therapieeinheit durch die beteiligten Kliniken des UKR finanziert. Daran beteiligt sind hauptsächlich die neuen Lehrstuhlinhaber für Neurologie, Prof. Ralf Linker, und für Neurochirurgie, Prof. Nils Ole Schmidt. „Es ist wichtig, nachhaltig etwas zu schaffen, und das gelingt uns mit der jetzt initialisierten Verstetigung der Wilhelm Sander-Therapieeinheit. Sie erlaubt es uns, medizinisch und strukturell auf die bisherigen Errungenschaften aufzubauen und die Versorgung weiter auszubauen. Ohne die Wilhelm Sander-Therapieeinheit könnten wir auch den geplanten Umzug der Neuroonkologie vom Bezirksklinikum ans UKR, der hauptsächlich von der Neurologie getragen und von allen Partnern unterstützt wird, nicht realisieren“, lenkt Prof. Oliver Kölbl, Ärztlicher Direktor des UKR, den Blick auf eine langfristige Etablierung der Wilhelm Sander-Therapieeinheit. Neuropathologie als Leitschiene bei der Behandlung von Hirntumoren So wurde die Gründung einer eigenständigen Abteilung für Neuropathologie am Universitätsklinikum Regensburg erst durch die Stiftungsförderung ermöglicht. „Die Neuropathologie ist bei der Diagnose von Tumorerkrankungen des zentralen Nervensystems und der Hirnhäute unerlässlich“, erklärt Prof. Markus J. Riemenschneider, Leiter der Abteilung für Neuropathologie des UKR. Dabei ist die Neuropathologie integraler Teil der Wilhelm Sander-Therapieeinheit. Interdisziplinäre Zusammenarbeit aller medizinischen Bereiche In der Wilhelm Sander-Therapieeinheit wird ein breites Spektrum an Patienten mit primären Hirntumoren, Hirnmetastasen, paraneoplastischen Syndromen und Nebenwirkungen von Tumortherapien, zum Beispiel Chemotherapie, behandelt. „Um diese Erkrankungen optimal zu versorgen und jedem Patienten eine für ihn individuell bestmögliche Therapie zukommen zu lassen, setzen wir auf interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedenster medizinischer Disziplinen am UKR“, führt Hau weiter aus. So sind in der Wilhelm Sander-Therapieeinheit nicht nur die Kliniken für Neurochirurgie und Neurologie und die Abteilung für Neuropathologie, sondern auch das Zentrum für Neuroradiologie und die Kliniken für Strahlentherapie und Internistische Onkologie sowie die Nuklearmedizin, die Pädiatrische Onkologie und weitere Partner in die Diagnose und die behandlungsentscheidenden Prozesse eingebunden. Im Zuge des Aufbaus der Wilhelm Sander-Therapieeinheit erfolgte auch die Zertifizierung des Neuroonkologischen Zentrums durch die Deutsche Krebsgesellschaft. Mit dieser Zertifizierung wurde gleichzeitig ein Qualitätsmanagementsystem eingeführt. „Dieses System erlaubt es uns, all unsere Prozesse, von der Diagnose über die Therapie bis hin zur Entlassung unserer Patienten, ständig zu überprüfen und zu optimieren“, erklärt Hau.
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