Reizdarmsyndrom: Aktuelle Rom-Kriterien in Validierungsstudie untersucht27. Oktober 2021 © Katarina – stock.adobe.com (Symbolbild) Obwohl die Rom-IV-Kriterien für das Reizdarmsyndrom (RDS) vor 4 Jahren überarbeitet und vorgeschlagen wurden, gab es dazu bislang noch keine unabhängige Validierungsstudie. Wissenschaftler des Leeds Gastroenterology Institutes, Großbritannien, bewerteten nun die Leistungsfähigkeit dieser Kriterien bei der RDS-Diagnose in der Sekundärversorgung und verglichen diese mit der vorherigen Version, den Rom-III-Kriterien. Dazu sammelten sie vollständige Symptomdaten von konsekutiven erwachsenen Patienten mit Verdacht auf ein RDS. Alle Probanden wurden einem standardisierten Check-up und Anamnese unterzogen, wobei die Untersucher hinsichtlich des Symptomstatus verblindet waren. Als Referenzstandard zur Bestätigung eines RDS wurde auch das Vorhandensein von Unterbauchschmerzen oder Beschwerden in Verbindung mit einer veränderten Stuhlform oder Häufigkeit bei Patienten herangezogen, die nach der Untersuchung keine Anzeichen einer organischen Magen-Darm-Erkrankung aufwiesen. Der Grad der Übereinstimmung zwischen den Rom-IV- und Rom-III-Kriterien war gut (Kappa=0,65). Im Vergleich zum Referenzstandard betrugen die Sensitivität bzw. Spezifität der Rom-IV-Kriterien bei 572 Patienten (431 [75,3%] Frauen; Durchschnittsalter 36,5 Jahre) 82,4% bzw. 82,9%. Die positiven und negativen Wahrscheinlichkeitsverhältnisse (Likelihood Ratio, LR) für die Rom-IV-Kriterien lagen bei 4,82 (95%-KI 3,30–7,28) bzw. 0,21 (95%-KI 0,17– 0,26). Die Rom-IV-Kriterien schnitten am besten bei Patienten mit RDS mit Obstipation oder wechselnden Stuhlgewohnheiten ab. Bei 471 Patienten (350 [74,3%] Frauen; Durchschnittsalter 36,7 Jahre) betrugen die Sensitivität bzw. Spezifität der Rom-III-Kriterien im Vergleich zur Referenznorm 85,8% bzw. 65,0%; die positiven und negativen LR lagen bei 2,45 (95%-KI 1,90–3,27) bzw. 0,22 (85%-KI 0,16–0,29). Dabei führte eine Berücksichtigung der Angaben zur emotionalen Stimmungslage und zu extraintestinalen Symptomen zu keiner signifikanten Verbesserung der Leistungsfähigkeit der Diagnosekriterien. Fazit Damit schnitten die Rom-IV-Kriterien bei der RDS-Diagnose signifikant besser ab als die Rom-III-Kriterien, obwohl die klinische Relevanz dieses Ergebnisses noch bestätigt werden muss. (je) Autoren: Black CJ et al. Korrespondenz: Alexander C. Ford; [email protected] Studie: Comparison of the Rome IV criteria with the Rome III criteria for the diagnosis of irritable bowel syndrome in secondary care Quelle: Gut 2021;70(6):1110–1116. Web: https://doi.org/10.1136/gutjnl-2020-322519
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