Reizdarmsyndrom: Erwünschte und unerwünschte Ereignisse durch Pfefferminzöl20. April 2023 © yanadjan – stock.adobe.com (Symbolbild) Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine der häufigsten Störungen der Interaktion zwischen Darm und Gehirn mit einer komplexen Pathophysiologie. Spasmolytika werden aufgrund ihrer Wirkung auf die Darmdysmotilität als Erstbehandlung verschrieben. In diesem Zusammenhang besitzt auch Pfefferminzöl krampflösende Eigenschaften besitzt. Neuere Studien haben allerdings Zweifel an seiner Rolle bei der Behandlung des RDS aufkommen lassen. Eine britische Metaanalyse bewertete daher die Wirksamkeit und Sicherheit von Pfefferminzöl beim RDS. Die Beurteilung erfolgte dabei anhand dichotomer Bewertungen der Effekte auf generelle RDS-Symptome oder Bauchschmerzen sowie des Auftretens von unerwünschten Ereignissen oder gastroösophagealem Reflux. Die Analyse ergab, dass Pfefferminzöl bei der Linderung der RDS-Symptome wirksamer war als Placebo (Relatives Risiko [RR] der Nichtverbesserung 0,65; 95%-KI 0,43–0,98) und bei den Bauchschmerzen (RR der Nichtverbesserung 0,76; 95%-KI 0,62–0,93). Die Rate beliebiger unerwünschter Ereignisse war bei Pfefferminzöl signifikant höher vs. Placebo (RR 1,57; 95%-KI 1,04–2,37). Fazit Den Studiendaten zufolge ist Pfefferminzöl bei der Behandlung des RDS einem Placebo signifikant überlegen, allerdings treten häufiger unerwünschte Ereignisse auf und die Qualität der Nachweise war sehr gering. Es werden nun vermehrt aussagekräftige Studien zu Pfefferminzöl als Erstlinienbehandlung des RDS benötigt, so die Schlussfolgerung der Studienautoren. (bi) Autoren: Ingrosso MR et al. Korrespondenz: Alexander C. Ford; [email protected] Studie: Systematic review and meta-analysis: efficacy of peppermint oil in irritable bowel syndrome Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2022;56(6):932–941. Web: https://doi.org/10.1111/apt.17179
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