Reizdarmsyndrom: Glutenfreie Ernährung hat positive Effekte10. März 2023 © bubutu – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine glutenfreie Diät kann die Symptome bei einigen Patienten mit einem Reizdarmsyndrom (RDS), bedingt durch unklare Mechanismen, reduzieren. Ein schwedisches Forschungsteam bewertete nun die Effekte einer glutenfreien versus einer glutenhaltigen Diät auf die Symptome und das Mikroumfeld des Darms und identifizierte Prädiktoren für ein Ansprechen auf die glutenfreie Diät bei einem RDS. Insgesamt 20 RDS-Patienten und 18 gesunde Kontrollpersonen (HC) folgten einer glutenfreien Diät während zweier 14-tägiger Interventionszeiträume, in denen sie entweder Gluten (14 g/Tag) oder Reismehlpulver über ihre Mahlzeiten streuten. Zu den primären Endpunkten gehörten die Effekte der Interventionen auf die RDS-Symptome (mittels Severity Scoring System [SSS]) und die Stuhlgewohnheiten. Als sekundäre Ergebnisse wurde die Wirkung der glutenfreien Ernährung auf die fäkale Mikrobiota und das Metaboliten-Profil bewertet. Die RDS-Symptome verbesserten sich während der glutenfreien (p=0,02), nicht aber während der glutenhaltigen Periode. Die RDS-Patienten berichteten über weniger lose Stühle während der glutenfreien Intervention (p=0,01). In Hinblick auf die Metabolitenprofile ergaben sich für RDS-Patienten und HC aufgrund der glutenfreien Ernährung signifikante Unterschiede (p<0,001). Anhand der Effekte einer glutenfreien Diät auf die Mikrobiota (p<0,01) und auf die Metabolitenprofile (p<0,001) konnten echte Responder (Verringerung des RDS-SSS um ≥50 Punkte ausschließlich nach der glutenfreien Periode) und Non-Responder unterschieden werden. Zudem konnte ein mögliches Ansprechen auf die glutenfreie Diät mithilfe des Metabolitenprofils vor Beginn der Intervention vorhergesagt werden (p<0,001). Fazit Eine glutenfreie Diät scheint die Symptome bei einer Untergruppe von RDS-Patienten beeinflussen zu können, wobei insbesondere Effekte auf die berichteten Stuhlgewohnheiten nachgewiesen werden können. Laut den Autoren moduliert eine glutenfreie Ernährung die Mikroumgebung des Darms und ein Ansprechen auf eine glutenfreie Diät lässt sich möglicherweise durch das Metabolitenprofil vorhersagen. (je) Autoren: Algera JP et al. Korrespondenz: Joost P. Algera; [email protected] Studie: Randomised controlled trial: effects of gluten-free diet on symptoms and the gut microenvironment in irritable bowel syndrome Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2022;56(9):1318–1327. Web: https://doi.org/10.1111/apt.17239
Mehr erfahren zu: "Suizidassistenz in Deutschland – Erste Leitlinie vorgestellt" Suizidassistenz in Deutschland – Erste Leitlinie vorgestellt Wie sollen Ärzte oder Pflegekräfte reagieren, wenn Menschen in existenzieller Not sagen, dass sie sterben wollen? Eine neue Leitlinie setzt auf eingehende Beratung – mit offenem Ausgang.
Mehr erfahren zu: "BVOU widerspricht Studie zur Akutversorgung in Hausarztpraxen" BVOU widerspricht Studie zur Akutversorgung in Hausarztpraxen Aufgrund einer einzigen deutschen Studie1 werde immer wieder wird behauptet, 80 bis 90 Prozent aller akuten Behandlungsfälle ließen sich fallabschließend in der Hausarztpraxis versorgen. Eine genaue Betrachtung zeigt laut BVOU: […]
Mehr erfahren zu: "Migräne individuell behandeln: Was neue Medikamente leisten – und was die Versorgung erschwert" Migräne individuell behandeln: Was neue Medikamente leisten – und was die Versorgung erschwert Moderne CGRP-Medikamente helfen vielen Migränepatienten, aber nicht allen – und welches Mittel wirkt, lässt sich bislang nicht vorhersagen. Neue Rabattregeln könnten den nötigen Präparatewechsel nun erschweren, warnt die Fachgesellschaft DMKG. […]