Reizdarmsyndrom nach infektiöser Enteritis

Enteritis
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In einer kürzlich veröffentlichten Arbeit haben Forscher festgestellt, dass mehr als 10 % aller Patienten, die an einer infektiösen Enteritis leiden, später auch ein Reizdarmsyndrom (irritable bowel syndrome [IBS]) entwickeln. Das IBS-Risiko sei in den analysierten Studien 4-mal höher als bei Personen ohne eine infektiöse Enteritis, erläutern die Wissenschaftler.

Die Autoren der Metaanalyse hatten entsprechende Literatur­datenbanken nach Kohortenstudien durchsucht, die zwischen 1994 und Ende August 2015 publiziert worden waren und sich mit der Prävalenz eines IBS 3 Monate oder länger nach einer infektiösen Enteritis beschäftigten. In die Analyse gingen 45 Studien ein, die insgesamt 21.421 Patienten mit Enteritis umfassten. Diese wurden für einen Zeitraum zwischen 3 Monaten und 10 Jahren hinsichtlich der Entwicklung eines IBS nachbeobachtet.

Die gepoolte IBS-Prävalenz lag 12 Monate nach einer Enteritis bei 10,1 % (95 %-Konfidenzintervall [KI] 7,2–14,1) und über 12 Monate hinaus bei 14,5 % (95 %-KI 7,7–25,5). Das Risiko für ein IBS war bei solchen Patienten, die in den vorgangegangenen 12 Monate an einer infektiösen Enteritis erkrankt waren, im Vergleich zu solchen ohne Enteritis um das 4,2-Fache erhöht (95 %-KI 3,1–5,7). Bei Patienten, bei denen eine Enteritis länger als 12 Monate zurücklag, war das IBS-Risiko um das 2,3-Fache erhöht (95 %-KI 1,8–3).

Von den Patienten, deren Enteritis durch Protozoen oder Parasiten hervorgerufen worden war, entwickelten 41,9 % ein IBS, nach bakteriell bedingter Enteritis 13,8 %. Dabei war das IBS-Risiko bei Frauen signifikant erhöht (Odds Ratio [OR] 2,2; 95 %-KI 1,6–3,1), ebenso wie bei Patienten, die Antibiotika einnahmen (OR 1,7; 95 %-KI 1,2–2,4), solche mit Angst (OR 2; 95 %-KI 1,3–2,9), Depressionen (OR 1,5; 95 %-KI 1,2–1,9), Somatisierung (OR 4,1; 95 %-KI 2,7–6), Neurotizismus (OR 3,3; 95 %-KI 1,6–6,5) und klinischen Indikatoren für die Schwere der Enteritis. Allerdings räumt die für die Metaanalyse verantwortliche amerikanische Arbeitsgruppe auch ein, dass die herangezogenen Studien recht heterogen waren. (ac)I

 

Autoren: Klem F et al.
Korrespondenz: Madhusudan Grover, Division of Gastroenterology and Hepatology, Mayo Clinic, Rochester, MI, USA; [email protected]
Studie: Prevalence, Risk Factors, and Outcomes of Irritable Bowel Syndrome After Infectious Enteritis: A Systematic Review and Meta-analysis
Quelle: Gastroenterology 2017;152(5):1042–1054.
Web: www.gastrojournal.org