Resistente Krankheitserreger global bekämpfen28. Mai 2018 Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). Foto: Bundesregierung/Guido Bergmann Mit einer neuen Initiative will das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gemeinsam mit internationalen Partnern die Forschung zu antimikrobiellen Resistenzen (AMR) vorantreiben. Krankheitserreger, gegen die Antibiotika nicht mehr wirken, sollen so bekämpft werden. Am 22. Mai 2018 fiel während der Weltgesundheitsversammlung in Genf der Startschuss für den “Global Antimicrobial Resistance Research and Development Hub” – kurz Global AMR R&D Hub. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sagte: “Neue Wirkstoffe gegen Infektionskrankheiten, insbesondere Antibiotika, werden dringend benötigt, um die Gesundheit der Menschen weltweit zu schützen und Leben zu retten. Ressourcen sollen effizienter genutzt werden, um mehr neue Therapien, Diagnostika und Präventionsmaßnahmen gegen resistente Krankheitserreger zu entwickeln. Deshalb werden wir das nationale und internationale Engagement in der Forschung zu antimikrobiellen Resistenzen erhöhen und noch besser koordinieren.” Die Bundesregierung hat den Aufbau des Global AMR R&D Hub federführend vorangetrieben: Unter deutscher Präsidentschaft beschlossen die G20-Staats- und Regierungschefs im Sommer 2017, die Zusammenarbeit im Kampf gegen resistente Krankheitserreger weltweit zu stärken. Das BMBF rief daraufhin den Global AMR R&D Hub ins Leben und koordinierte seinen Aufbau. Das Sekretariat des Global AMR R&D Hub wird seinen Sitz zunächst in Berlin haben – unter dem Dach des Deutschen Zentrums für Infektionsforschung. Aktuell hat der Global AMR R&D Hub 18 Mitglieder, darunter Russland, China, USA und Frankreich, die Bill and Melinda Gates Foundation, der Wellcome Trust und die Europäische Kommission. Deren Vertreterinnen und Vertreter werden regelmäßig zusammenkommen. Sie identifizieren wichtige Forschungs- und Entwicklungsaufgaben und stimmen gemeinsam den Einsatz ihrer Ressourcen ab, um die Entwicklung neuer Therapien und Diagnostika für resistente Keime effizient zu fördern. Dabei wird auch im Blick behalten, wie diese später möglichst vielen Menschen zugutekommen. Impulse für neue Antibiotika Unsachgemäßer Antibiotikaeinsatz hat in den vergangenen Jahrzehnten dazu geführt, dass immer mehr Bakterienstämme Resistenzen bilden. Mit fatalen Folgen: Allein in Europa sterben jährlich rund 25.000 Menschen an Infektionen durch resistente Keime, schätzt die Weltgesundheitsorganisation. Doch die Entwicklung neuer, auch gegen resistente Keime wirksamer Antibiotika ist aufwendig und bietet der Pharmaindustrie wenig unternehmerische Anreize. Die Folge: Seit rund dreißig Jahren kam kein innovatives Antibiotikum mehr auf den Markt. Zurzeit zeichnen sich kaum bahnbrechende Neuentwicklungen ab. Im Kampf gegen die antimikrobiellen Resistenzen hat die öffentliche Forschungsförderung daher eine besondere Bedeutung. Daneben müssen gezielte Impulse gesetzt werden, um das Engagement der Industrie zu erhöhen. “Wir müssen sicherstellen, dass dringend benötigte Forschung stattfindet – gerade in einem Bereich, der keine hohen wirtschaftlichen Profite verspricht. Deshalb wird das BMBF in den nächsten zehn Jahren die Forschung gegen antimikrobielle Resistenzen mit bis zu 500 Millionen Euro unterstützen”, so Karliczek. (BMBF/ms)
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