Respiratorische Outcomes unter jungen Menschen, die zu früh zur Welt kamen: Krankenhausaufenthalt aufgrund Atemwegserkrankung in der Kindheit als Risikofaktor

NEDLANDS (Biermann) – Wie sich Frühgeburtlichkeit auf die spätere Lungengesundheit auswirken kann, geht aus den Ergebnissen einer kürzlich veröffentlichten Studie hervor.

Dafür hatten die Autoren 127 junge Erwachsene (Alter 16–23 Jahre), die in der ≤32. Schwangerschaftswoche geboren worden waren (davon 81 [64 %] mit bronchopulmonaler Dysplasie [BPD]), mit 41 termingerecht geborenen Kontrollpersonen anhand von Lungenfunktion, Daten aus bildgebenden Verfahren und im Hinblick auf Symptome miteinander verglichen. Die Wissenschaftler stellten fest, dass selbst nach Berücksichtigung des neonatalen Verlaufs eine Hospitalisierung aufgrund von Atemwegs­problemen im Kindesalter weiterhin signifikant mit einer verminderten maximalen Lungenfunktion in der Frühgeborenenkohorte verbunden war. Der in dieser Hinsicht größte Unterschied war bei Patienten mit BPD zu beobachten. Die Forschenden betonen daher, dass eine Atemwegsinfektion im Kindesalter als Risikofaktor für eine langfristige respiratorische Morbidität bei Frühgeborenen angesehen werden sollte, was insbesondere bei einer BPD zutreffe.

Im Einzelnen stellten die Studienautoren bei jungen von Frühgeburtlichkeit betroffenen Erwachsenen im Vergleich zu termingerecht Geborenen eine stärkere Behinderung des Atemstroms fest sowie mehr Air-Trapping und eine stärkere Inhomogenität der Ventilation sowie Anomalien beim Gastransfer und der Atemmechanik.

Über die Lungenfunktion hinaus beobachteten die Wissenschaftler größere strukturelle Anomalien, mehr Atemwegssymptome und eine stärkere Nutzung von Inhalativa. Eine Hospitalisierung aufgrund von Atemwegsproblemen war den Beobachtungen in dieser Studie zufolge assoziiert mit einer Atemwegs­obstruktion. Der durchschnittliche Z-Score für 1-Sekunden-Kapazität/forcierte Vitalkapazität fiel um 0,561 geringer aus, wenn neo­natale Störfaktoren berücksichtigt wurden (95 %-KI -0,998 bis -0,125; p=0,012). In ähnlicher Weise war die respiratorische Symptomlast in der Gruppe der Frühgeborenen mit Hospitalisierung aufgrund von Atemwegsproblemen in der Vergangenheit erhöht, ebenso wie die peribronchiale Verdickung (6 % vs. 23 %; p=0,010) und das Ansprechen auf Bronchodilatation (17 % vs. 35 %; p=0,025).

Atopie, Asthma der Mutter und Tabakrauchexposition hatten in der untersuchten Frühgeborenenkohorte offenbar keinen Einfluss auf die Lungenfunktion oder -struktur. (ac)

Autoren: Smith EF et al.
Korrespondenz: Shannon J. Simpson; [email protected]
Studie: Risk factors for poorer respiratory outcomes in adolescents and young adults born preterm
Quelle: Thorax 2023;78(12):1223–1232.
doi: 10.1136/thorax-2022-219634