Retrospektive Kohortenstudie: Rezidivrisiko des Melanoms27. September 2019 © deagreez – stock.adobe.com Zur Inzidenz des Melanoms und zu den damit verbundenen Überlebensraten gibt es zahlreiche Studien, doch Untersuchungen zum Wiederauftreten des Melanoms sind selten zu finden. Ein Team von Onkologen hat nun die Inzidenz von Melanomen, die Rezidivrate und die Mortalität unter Patienten des Kaiser Permanente Colorado Institute for Health Research (KPCO) für den Zeitraum von Januar 2000 bis Dezember 2015 evaluiert. Dazu wurden die nach dem Alter adjustierten Inzidenzraten berechnet, um Entwicklungstendenzen unter KPCO-Patienten (≥ 21 Jahre) zu bestimmen. Hierbei fanden Cox-Modelle mit proportionalem Ausfallrisiko Anwendung, um die Faktoren zu berechnen, die mit dem Wiederauftreten von Melanomen und der Mortalität assoziiert sind. Die untersuchte Kohorte umfasste 1931 Fälle invasiver Melanome. Die Inzidenzraten nahmen über den Untersuchungszeitraum zu und lagen über den SEER-Raten (Surveillance, Epidemiology, and End Results Program); die Zunahme beschränkte sich allerdings auf frühe Krankheitsstadien. In multivariablen Modellen waren das Stadium zur Erstdiagnose, das Geschlecht sowie das Alter mit einem Melanom-Rezidiv assoziiert. Bei Männern kam es häufiger zu Rezidiven als bei Frauen (angepasster Risikoquotient [aHR] 1,70; 95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,19–2,43; bei jeder weiteren Dekade zunehmenden Patientenalters betrug der aHR 1,20 (95 %-KI 1,06–1,37). Faktoren, die mit der Gesamtmortalität in Verbindung stehen, umfassten das Krankheitsstadium (aHR 12,87; 95 %-KI 6,63–24,99, für Stadium IV vs. Stadium I), männliches Geschlecht (aHR 1,42; 95 %-KI 1,12–1,79), höheres Alter zum Zeitpunkt der Diagnose, niedriger sozioökonomischer Status sowie die Komorbiditäten. Bezüglich der Melanom-spezifischen Mortalität kamen die Autoren zu vergleichbaren Ergebnissen, mit einer Ausnahme: Das Alter war nicht mit dem Melanom-spezifischen Tod assoziiert (aHR 1,09; 95 %-KI 0,94–1,25). Die Daten aus dieser versicherten Patientenpopulation besitzen das Potenzial, unser Verständnis von Melanom-spezifischen Entwicklungstendenzen zu erweitern, schreiben die Autoren im Fazit. Diese Studie sei die erste populationsbasierte Untersuchung zum Rezidivrisiko des Melanoms in den USA. (am)
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