Ringer oder Kochsalz? Die FLUID-Studie liefert vor allem methodische Erkenntnisse18. Juni 2025 Symbolfoto: ©sweetlemontea/stock.adobe.com Ringer- oder normale Kochsalzlösung für die intravenöse Flüssigkeitszufuhr in Krankenhäusern? Bisher gibt es keine eindeutigen Belege für einen Favoriten. Und auch die neue Studie FLUID findet keinen Spitzenreiter. Dafür punktet sie mit etwas anderem: Einem effizienten Studienansatz für den Vergleich verschiedener Standardbehandlungen. Die klinische Studie FLUID stand unter der Leitung von Forschern des Ottawa Hospital und der Universität Ottawa, Kanada. Ihre Ergebnisse wurden anlässlich des Critical Care Reviews Meeting 2025 im „New England Journal of Medicine“ veröffentlicht. In der Studie wurden zwei intravenöse Flüssigkeiten verglichen, die seit Jahrzehnten häufig bei hospitalisierten Patienten eingesetzt werden: normale Kochsalzlösung und Ringer-Laktat. Kein klarer Vorteil: Ringer und Kochsalzlösung gleichauf Das Besondere: Im Gegensatz zu einer traditionellen Studie, bei der jeder Patient nach dem Zufallsprinzip einer der beiden Flüssigkeiten zugewiesen wird, wurden in dieser Studie ganze Krankenhäuser nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, um drei Monate lang die eine Flüssigkeit zu verwenden und dann zur anderen Flüssigkeit zu wechseln. Die klinischen Daten stammten direkt aus Datenbanken des Gesundheitswesens, ohne dass einzelne Patienten rekrutiert werden mussten. Dieser innovative Ansatz ermöglichte es dem Team, schnell und effizient Daten von mehr als 43.000 Patienten in sieben Krankenhäusern in Ontario zu sammeln. Der primäre Endpunkt war eine Kombination aus Tod oder Rehospitalisierung innerhalb von 90 Tagen nach der Indexaufnahme. Sekundäre Endpunkte waren die einzelnen Komponenten des primären Endpunkts sowie die Dauer des Krankenhausaufenthalts, die Einleitung einer Dialyse innerhalb von 90 Tagen nach der Indexaufnahme, ein Besuch in der Notaufnahme innerhalb von 90 Tagen und die Entlassung in eine andere Einrichtung als das eigene Zuhause. Für keinen dieser Endpunkte konnte in der Studie ein Unterschied zwischen den beiden Infusionslösungen festgestellt werden. Die Forscher geben allerdings zu bedenken, dass die Studie aufgrund der COVID-19-Pandemie vorzeitig abgebrochen werden musste. Dadurch habe man nicht genügend Daten sammeln können, um eventuell kleine Unterschiede in den Ergebnissen zwischen Patienten, die die verschiedenen Flüssigkeiten erhalten hatten, nachzuweisen. Leistungsfähiges und kostengünstiges Studiendesign „Obwohl wir keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Flüssigkeiten nachweisen konnten, hat unsere Studie gezeigt, wie leistungsfähig dieser krankenhausweite Ansatz für den Vergleich häufig verwendeter Behandlungen ist“, sagt die Leiterin der Studie, Dr. Lauralyn McIntyre, leitende Wissenschaftlerin und Intensivmedizinerin am Ottawa Hospital und außerordentliche Professorin an der Universität von Ottawa. Das Forschungsteam schätzt, dass die Kosten für die Aufnahme eines einzelnen Patienten in ihre Studie weniger als zehn Dollar betragen, während eine herkömmliche Studie mehr als 1000 Dollar pro Patient gekostet hätte. „Andere Forscher können auf dieser Erfahrung aufbauen, um ähnliche Studien zu konzipieren, die wichtige Fragen für Patienten und unser Gesundheitssystem effizient beantworten”, sagt Letztautorin Prof. Monica Taljaard.
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