Risiken und Nutzen der langfristigen Einnahme von Protonenpumpenhemmern13. Juli 2017 © benjaminnolte – fotolia.com Auf Basis von Expertenmeinungen und aktuellen wissenschaftlichen Veröffentlichungen hat die American Gastroenterological Association (AGA)Praxisempfehlungen für die langfristige Verschreibung von Protonenpumpenhemmern (PPI) herausgegeben. Demnach können Patienten mit gastroösophagealem Reflux (GERD) und säureassoziierten Komplikationen für eine kurzfristige Abheilung, deren Erhalt und eine langfristige Symptomkontrolle PPI einnehmen. Patienten mit einem GERD ohne weitere Komplikationen, die kurzfristig auf PPI ansprechen, sollten in der Folge versuchen, diese zu reduzieren oder abzusetzen. Patienten, bei denen eine PPI-Reduktion nicht möglich ist, sollten eine mobile pH-Metrie/Impedanzmessung in Betracht ziehen, um zunächst zwischen einem GERD und einem funktionalen Syndrom zu differenzieren, bevor sie sich für eine lebenslange Einnahme von PPI entscheiden. Die besten Kandidaten für eine solche Strategie sind nach Ansicht der AGA-Experten Patienten mit vorwiegend atypischen Symptomen oder solche, bei denen keine offensichtliche Prädisposition für GERD erkennbar ist (z. B. zentrale Adipositas, große Hiatushernien). Patienten mit Barrett-Ösophagus und symptomatischem GERD sollten ein Langzeit-PPI erhalten, ebenso wie Patienten mit asymptomatischem Barrett-Ösophagus. Besitzen Patienten aufgrund der Einnahme nicht steroidaler Antiphlogistika (NSAID) ein hohes Risiko für ulkusbedingte Blutungen, sollten man ihnen ein PPI verschreiben, wenn die Einnahme von NSAID fortgesetzt wird. Bei langfristiger Verwendung von PPI sollte die Dosis immer wieder überprüft werden, sodass die geringstmögliche Dosis eingesetzt werden kann. Zur Vermeidung von Infektionen sollten Patienten, die PPI einnehmen, nicht routinemäßig Probiotika verwenden. Ebenso sollten, wenn langfristig PPI verschrieben werden, nicht routinemäßig die Einnahme von Calcium, Vitamin B12 oder Magnesium über die empfohlene Menge (Recommended Dietary Allowance [RDA]) derselben hinaus erhöht werden. Eine routinemäßige Kontrolle der mineralischen Knochendichte sowie der Creatinin-, Magnesium- oder Vitamin-B12-Spiegel im Serum empfiehlt die AGA nicht, ebenso wie die Auswahl spezifischer PPI-Formulierungen auf der Grundlage potenzieller Risiken. Autoren: Freedberg DE et al. Korrespondenz: Daniel E. Freedberg, Division of Digestive and Liver Diseases, Columbia University Medical Center, 630 West 168th Street, New York, NY 10032, USA; [email protected] Studie: The Risks and Benefits of Long-term Use of Proton Pump Inhibitors: Expert Review and Best Practice Advice From the American Gastroenterological Association Quelle: Gastroenterology 2017;152(4):706–715. Web: www.gastrojournal.org
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