Risiko für Kolorektalkarzinom: Einfluss der menopausalen Hormontherapie stärker bei höherem genetischen Risiko

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Die Anwendung einer menopausalen Hormontherapie (MHT) beeinflusst die Reduktion des Risikos für Kolorektalkarzinome (KRK) bei Frauen mit höherem genetischen Risiko stärker.

Bekannt war bereits, dass die MHT generell mit einem geringeren Risiko für KRK verbunden ist. Das Forscherteam um Dr. Yu Tian vom Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg griff für ihre Untersuchung auf Daten von 28.486 postmenopausalen Frauen (11.519 Fälle und 16.967 Kontrollen) europäischer Abstammung zurück. Die Ergebnisse wurden im „British Journal of Cancer“ veröffentlicht.

Ein polygener Risikoscore (PRS) basierend auf 141 KRK-assoziierten genetischen Varianten wurde als kategorische Variable in Quartilen modelliert. Die multiplikative Interaktion zwischen PRS und MHT-Anwendung werteten Tian et al. mithilfe logistischer Regression aus. Ferner bestimmtem sie die additive Interaktion mithilfe des relativen zusätzlichen Risikos aufgrund der Interaktion (RERI). Die 30-jährigen kumulativen KRK-Risiken für 50-jährige Frauen wurden je nach MHT-Anwendung und PRS berechnet.

Ergebnis der Studie

Die Verringerung der Odds Ratios durch die MHT-Anwendung war bei Frauen im höchsten Quartil des PRS größer als bei jenen im niedrigsten Quartil (p=2,7×10-8). So fiel das 30-Jahres-KRK-Risiko für Frauen, die MHT nutzten, im höchsten PRS-Quartil mit 3,7 Prozent (3,3–4,0) gegenüber 6,1 Prozent (5,7–6,5; (Differenz 2,4 %, P-Wert = 1,83 × 10-14) statistisch signifikant niedriger als für jene ohne MHT. Im niedrigsten PRS-Quartil seien diese Unterschiede auch statistisch signifikant gewesen, aber mit 1,6 Prozent (1,4–1,8) gegenüber 2,2 Prozent (1,9–2,4; Differenz 0,6%, P=1,01×10-3) geringer ausgefallen. Dies zeigt eine viermal größere Reduktion des absoluten Risikos, das mit der MHT-Nutzung im höchsten gegenüber dem niedrigsten Quartil des genetischen KRK-Risikos verbunden ist.

(sf)