Risiko für Nierenschäden nach COVID-19 erhöht1. September 2022 © Crystal light – stock.adobe.com (Symbolbild) COVID-19 ist mit einem erhöhten Risiko für postakute Folgen assoziiert, die pulmonale und extrapulmonale Organsysteme betreffen. Forscher untersuchten nun insgesamt 1.726.683 US-Veteranen, um herauszufinden, ob eine COVID-19-Erkrankung auch Auswirkungen auf die Nieren haben kann. Eine Gruppe (n=89.216) hatte eine COVID-19-Infektion ≥30 Tage überlebt. Die andere Gruppe (n=1.637.467) war nicht infiziert und diente als Kontrolle. Die Experten analysierten die Risiken für akutes Nierenversagen (AKI), Abnahme der geschätzten glomerulären Filtrationsrate (eGFR), Nierenerkrankung im Endstadium (ESKD) und schwerwiegende unerwünschte Nierenereignisse (MAKE). Über die akute Erkrankung hinaus wiesen die Post-COVID-Patienten ein höheres Risiko für ein AKI (aHR 1,94; 95%-KI 1,86–2,04), eine eGFR-Abnahme ≥30% (aHR 1,25; 95%-KI, 1,14–1,37), eine eGFR-Abnahme ≥40% (aHR 1,44; 95%-KI 1,37–1,51), eine eGFR-Abnahme ≥50% (aHR 1,62; 95%-KI 1,51–1,74), eine ESKD (aHR 2,96; 95%-KI 2,49–3,51) und ein MAKE (aHR 1,66; 95%-KI 1,58–1.74) auf. Die Erhöhung des Risikos für postakute Nierenschäden wurde nach dem Schweregrad der akuten Infektion abgestuft (nicht hospitalisiert, hospitalisiert oder Intensivstation). Im Vergleich zu Kontrollpersonen wiesen Patienten nach einer COVID-19-Erkrankung eine übermäßige Abnahme der eGFR auf. Das betraf alle Schweregrade der akuten Infektion. Fazit Menschen, die eine COVID-19-Erkrankung überleben, weisen einer US-amerikanischen Studie zufolge ein erhöhtes Risiko für Nierenschäden in der postakuten Phase der Erkrankung auf. Die Studienautoren raten behandelnden Ärzten daher, bei Long-COVID-Patienten auch auf Nierenerkrankungen zu achten. (jh) Autoren: Bowe B et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Kidney Outcomes in Long COVID Quelle: J Am Soc Nephrol 2021 Nov;32(11):2851–2862. Web: https://doi.org/10.1681/ASN.2021060734
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