Risikofaktoren für anhaltende Symptome nach einer Gehirnerschütterung identifiziert20. Oktober 2026 Symbolbild © DC Studio/stock.adobe.com Eine neue Studie der Curtin University (Australien) hat ergeben, dass fast die Hälfte der Personen, die eine Gehirnerschütterung erlitten haben, auch ein Jahr später noch unter Beschwerden leidet; zudem wurden Faktoren identifiziert, die das Risiko für anhaltende Symptome bei Patienten am stärksten erhöhen. Für die in „PLOS One“ veröffentlichte „Concussion Recovery Study“ beobachteten Forschende Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren nach einer Gehirnerschütterung. Zu den anhaltenden Beschwerden gehörten unter anderem Müdigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Kopfschmerzen, Schwindel, Licht- und Lärmempfindlichkeit sowie Gleichgewichtsstörungen und Reizbarkeit. Bei Personen, die in den Tagen nach der Verletzung besonders ausgeprägte Symptome aufwiesen, war die Wahrscheinlichkeit fast dreimal so hoch, auch nach einem Jahr noch Beschwerden zu berichten. Dazu zählten beispielsweise das Gefühl, geistig benebelt zu sein, sowie Nervosität und verlangsamtes Denken. Dagegen fanden die Forschenden in dieser Studie keine Hinweise darauf, dass Bewusstlosigkeit, posttraumatische Amnesie oder eine durchgeführte CT-Untersuchung vorhersagen konnten, bei wem die Symptome nach zwölf Monaten noch anhielten. Schlafstörungen und psychische Vorerkrankungen als weitere Faktoren Auch vorbestehende gesundheitliche Probleme und die Umstände der Verletzung standen mit anhaltenden Symptomen in Zusammenhang. Bei Personen mit einer Vorgeschichte psychischer Erkrankungen war die Wahrscheinlichkeit, nach zwölf Monaten noch Beschwerden zu berichten, 2,6-mal so hoch. Bei vorbestehenden Schlafstörungen lag sie 5,1-mal und nach einer Verletzung außerhalb des Sports 2,5-mal so hoch. Die Studienautorin Dr. Jacinta Thorne vom Curtin Medical Research Institute weist darauf hin, dass Schlafprobleme und psychische Belastungen die Erholung erschweren könnten. Verletzungen außerhalb des Sports könnten zudem mit weiteren körperlichen oder psychischen Belastungen einhergehen, etwa nach Stürzen, Übergriffen oder Verkehrsunfällen. Rückkehr an den Arbeitsplatz bedeutet nicht Symptomfreiheit Trotz der anhaltenden Beschwerden waren 97 Prozent der Teilnehmenden innerhalb eines Jahres nach der Gehirnerschütterung an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt. Die Co-Autorin Dr. Jemma Keeves betont, dass die berufliche Rückkehr nicht mit einer vollständigen Genesung gleichzusetzen sei. Betroffene könnten weiterhin unter Müdigkeit, Konzentrationsproblemen und anderen Symptomen leiden. Nach Ansicht der Forschenden könnten die Ergebnisse dazu beitragen, Personen mit einem erhöhten Risiko für anhaltende Beschwerden frühzeitig zu erkennen und ihre Nachsorge gezielter auszurichten. Die Befunde zeigen Zusammenhänge innerhalb der untersuchten Gruppe; sie belegen nicht, dass die identifizierten Faktoren die Langzeitsymptome unmittelbar verursachen. (lj/BIERMANN) Das könnte Sie ebenfalls interessieren: Augenbewegungstests decken Schädel-Hirn-Trauma Jahre nach Gehirnerschütterung auf Schnellere Erholung nach Gehirnerschütterung
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