Schnellere Erholung nach Gehirnerschütterung

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Einer aktuellen Studie zufolge erholen sich Kinder deutlich schneller von einer Gehirnerschütterung, wenn sie frühzeitig eine multidisziplinäre Betreuung erhalten, die auf die Behandlung anhaltender Symptome ausgerichtet ist. 

Die im „British Journal of Sports Medicine“ veröffentlichten Ergebnisse zeigen, dass sich drei Monate nach der Verletzung 62,5 Prozent der Kinder, die an der „Concussion Essentials“-Intervention des Murdoch Children’s Research Institute (MCRI; Australien) teilnahmen, vollständig erholt hatten. In der Gruppe, die eine Standardversorgung erhalten hatte, waren es nur 37 Prozent der Kinder. Darüber hinaus verringerte die frühzeitige Intervention das Risiko einer Verfestigung körperlicher und psychischer Symptome erheblich, wobei 94 Prozent der Kinder Verbesserungen verzeichneten.

„Während sich die meisten Kinder nach einer Gehirnerschütterung gut erholen, leidet fast ein Drittel weiterhin unter Symptomen, die Schule, Sport und Alltag beeinträchtigen“, erklärte MCRI-Forscherin Vanessa Rausa. „Diese Studie zeigt, dass wir die Genesung erheblich beschleunigen können, wenn wir diese Kinder frühzeitig identifizieren und eine gezielte, koordinierte Versorgung anbieten.“

Patienten profitieren körperlich, kognitiv und psychisch

An der randomisierten klinischen Studie nahmen 158 Kinder im Alter von acht bis 18 Jahren mit anhaltenden Symptomen nach einer Gehirnerschütterung teil, die innerhalb weniger Wochen nach ihrer Kopfverletzung über die Notaufnahme des Royal Children’s Hospital (RCH) und durch Überweisungen von Hausärzten rekrutiert worden warn. Die Behandlung begann vier Wochen nach der Verletzung und wurde bis zu acht Wochen lang wöchentlich von einem integrierten multidisziplinären Team durchgeführt, wobei die Betreuung an die Entwicklung der Symptome angepasst wurde.

Die vom MCRI in Zusammenarbeit mit der Neurological Rehabilitation Group geleitete Studie ergab, dass Teilnehmer, die eine maßgeschneiderte Betreuung erhielten, die Aufklärung, Physiotherapie und psychologische Unterstützung kombinierte, eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit auf vollständige Genesung hatten als diejenigen, die nur die übliche Standardversorgung erhielten. Das Programm war für die Familien trotz des für den Abschluss der Behandlung erforderlichen Engagements durchführbar und akzeptabel.

Kinder in der Interventionsgruppe wiesen zudem deutlich weniger und weniger schwere Symptome in Bezug auf den Schlaf sowie ihre körperliche, kognitive und psychische Gesundheit auf.

Versorgungsmodell soll breiter zugänglich werden

„Gehirnerschütterungen sind ein wachsendes Gesundheitsproblem, dessen Diagnose und Behandlung noch wenig erforscht sind“, erklärte MCRI-Professorin Vicki Anderson. „Kinder erleben Gehirnerschütterungen auf unterschiedliche Weise. Indem wir Aufklärung, Physiotherapie und psychologische Betreuung zusammenführen und die Behandlung auf jedes Kind individuell zuschneiden, können wir auf diese unterschiedlichen Bedürfnisse eingehen. Wir glauben, dass eine frühzeitige, gezielte Behandlung auch die Notwendigkeit wiederholter Arztbesuche und Überweisungen an Spezialisten verringern könnte.“

Die Forschenden wollen sich nun darauf konzentrieren zu untersuchen, wie das Modell über den Krankenhausbereich hinaus ausgeweitet werden kann.

„Wir müssen nun prüfen, wie diese Art der Versorgung auf kommunale Kliniken ausgeweitet und über Optionen wie Telemedizin bereitgestellt werden kann, damit mehr Familien außerhalb von Ballungsräumen früher Zugang zu einer wirksamen Behandlung erhalten“, erklärte Anderson.