Risikostratifizierung vulvärer intraepithelialer Neoplasien1. Juni 2026 Symbolbild © Jiraphong/stock.adobe.com Ein 3-Gen-Methylierungstest könnte helfen, das Krebsrisiko bei vulvären intraepithelialen Neoplasien (VIN) besser einzuschätzen. Die Ergebnisse einer niederländischen Studie deuten darauf hin, dass sich dadurch unnötig belastende Operationen vermeiden lassen könnten. Vulväre intraepitheliale Neoplasien (VIN) höheren Grades gelten als Vorstufen von Vulvakrebs. Die wichtigsten Varianten hierbei sind hochgradige, HPV-assoziierte, squamöse, intraepitheliale Läsionen (HSIL) und HPV-unabhängige VIN, die klinisch oft als differenzierte VIN (dVIN) bezeichnet werden und mit Vulva-Dermatosen, in der Regel Lichen sclerosus, assoziiert sind. Die chirurgische Behandlung hochgradiger VIN führt häufig zu Genitaldeformitäten, beeinträchtigter Sexualfunktion und verminderter Lebensqualität. Um die klinische Behandlung zu optimieren, werden Biomarker benötigt, die Informationen über das Krebsrisiko bei hochgradiger VIN liefern. Risikostratifizierung mithilfe von Methylierungsmarkern Ziel einer Untersuchung niederländischer Pathologen und Gynäkologen war es daher, den prognostischen Wert eines aus drei Genen bestehenden Methylierungsmarker-Panels sowie weiterer potenzieller Risikofaktoren für die Krebsprogression bei Patientinnen mit HSIL und dVIN zu analysieren. Für die Studie wurden aus einer bevölkerungsbasierten Kohorte von Patientinnen, bei denen eine hochgradige VIN diagnostiziert wurde, Teilnehmerinnen mit einer histopathologisch bestätigten Diagnose von HSIL (n = 578) und dVIN (n = 46) ausgewählt. Alle Läsionen wurden mit einem 3-Gen-Methylierungs-Panel getestet, das die Gene ZNF582, SST und miR124-2 umfasste. Deutlich unterschiedliches Krebsrisiko bei HSIL und dVIN Innerhalb von fünf Jahren entwickelten 26 von 578 Patientinnen mit HSIL (4,5 %) sowie 21 von 46 Patientinnen mit dVIN (46 %) ein Vulvakarzinom. Bei HSIL erwies sich ein positiver Methylierungsstatus als einziger prognostischer Faktor für die Entwicklung eines Vulvakarzinoms. Dieser Zusammenhang blieb auch bei Patientinnen bestehen, die keine radikale chirurgische Exzision als Primärtherapie erhalten hatten. In dieser Gruppe lag das 5-Jahres-Risiko für ein Vulvakarzinom bei 7,7 Prozent für methylierungspositive HSIL und bei 1,4 Prozent für methylierungsnegative HSIL. Bei dVIN war hingegen ein mutierter p53-Status der einzige prognostische Risikofaktor für die Progression zum Karzinom. Die Autoren bewerten den 3-Gen-Methylierungstest trotz breiter Konfidenzintervalle als vielversprechendes Instrument zur Risikostratifizierung bei vulvären HSIL. Patientinnen mit methylierungsnegativen Läsionen könnten demnach künftig von konservativeren Behandlungsstrategien profitieren. Der Ansatz könnte dazu beitragen, Übertherapien zu vermeiden, die Morbidität zu senken und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. (am/lj)
Mehr erfahren zu: "Schlafstörungen während der Schwangerschaft mit einem höheren Risiko für Gestationsdiabetes assoziiert" Schlafstörungen während der Schwangerschaft mit einem höheren Risiko für Gestationsdiabetes assoziiert Eine aktuelle Studie des Universitätsklinikums Kuopio und der Universität Ostfinnland zeigt, dass Schlafstörungen während der Schwangerschaft einen bedeutenden Risikofaktor für Gestationsdiabetes darstellen können.
Mehr erfahren zu: "KI-gestütztes Mammographie-Screening: Höhere Sensitivität bei gleichbleibender Spezifität" KI-gestütztes Mammographie-Screening: Höhere Sensitivität bei gleichbleibender Spezifität Eine randomisiert-kontrollierte Studie spricht dafür, dass Künstliche Intelligenz (KI) im Mammographie-Screening die Detektionsleistung verbessern und Befunder entlasten kann. Ein KI-unterstütztes Screening war mit einer höheren Sensitivität im Vergleich zur Standard-Doppelbefundung […]
Mehr erfahren zu: "Fortschritte in der Senkung der Brustkrebssterblichkeit global ungleich verteilt" Fortschritte in der Senkung der Brustkrebssterblichkeit global ungleich verteilt Die weltweite Belastung durch Brustkrebs entwickelt sich zunehmend ungleich: Während sie in Ländern mit hohem Einkommen sinkt, steigen Inzidenz und Mortalität in einkommensschwachen Regionen teils deutlich an.