RKI weist zwei neue FSME-Risikogebiete aus

Stiche des Gemeinen Holzbocks können zu FSME und Borreliose führen. (Foto: © Michael – stock.adobe.com)

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat seine Karte der Risiko­gebiete für die durch Zecken übertragene Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) aktualisiert und zwei neue Kreise in Niedersachen und Sachsen-An­halt darin aufgenommen.

In Deutschland besteht ein Risiko für eine FSME-Infektion dem RKI zufolge vor allem in Bayern, Baden-Würt­temberg, Süd­hessen, im süd­östlichen Thüringen, in Sachsen, im süd­östlichen Branden­burg und östlichen Sachsen-An­halt. Einzelne Risiko­gebiete befinden sich zudem in Mittel­hessen, Saar­land, Rhein­land-Pfalz, Nieder­sachsen und Nord­rhein-West­falen. Nun gibt es zwei neue Risiko­gebiete: der Land­kreis Nord­sachsen, der an bestehende Risiko­gebiete grenzt, und in Sachsen-An­halt der Stadt­kreis Halle (Saale). Damit sind 185 Kreise als FSME-Risiko­gebiete aus­gewiesen. Da auch in Bundes­ländern ohne FSME-Risiko­gebiete ver­einzelt FSME-Erkrankungen beobachtet wurden, empfielt das RKI besonders während der Zecken­saison bei entsprechender Symptomatik über­all in Deutschland differenzial­diagnostisch an FSME zu denken.

Deutliche Altersunterschiede in den Impfquoten

Bei Auf­enthalt in FSME-Risiko­gebieten und Kontakt zu Zecken empfiehlt die Ständige Impf­kommission die Impfung gegen FSME. Allerdings seien die Impf­quoten in Risiko­gebieten weiter­hin gering, ins­besondere bei Personen im Alter über 60 Jahren, bei denen das Risiko einer schweren Erkrankung deutlich erhöht ist, erklärte das RKI. So lag der Mittelwert der Impfquoten in den 62 Kreisen mit höchster FSME-Inzidenz (21,4%; Spanne 10,1–34,8) nur wenige Prozentpunkte über dem Mittelwert der Impfquoten in Risikogebieten mit niedrigerer Inzidenz (18,8%; Spanne 8,99–37,3), berichtet das RKI im „Epidemiologischen Bulletin“.

Dem stehen Impfquoten von mehr als 35 Prozent bei Kindern im Alter zwischen fünf und 14 Jahren gegenüber, obwohl lediglich fünf bis zehn Prozent aller übermittelten Fälle bei Kindern unter 15 Jahren auftreten. Zudem haben Kinder und Jugendliche in deutlich geringeres Risiko , schwer zu erkranken und Komplikationen oder bleibende Schäden zu erleiden. (ej/Biermann)