Röntgenpreis 2026: Neue Einblicke in die Brain-Clearance20. Mai 2026 Katerina Deike (l.) nimmt von der Präsidentin der Deutschen Röntgengesellschaft, Christiane Kuhl (Uniklinik RWTH Aachen), den Conrad-Röntgen-Preis 2026 entgegen. Foto: © 2026 Thomas Rafalzyk/DRG Für ihre Habilitationsschrift ist PD Dr. Katerina Deike aus Bonn mit dem Röntgenpreis 2026 ausgezeichnet worden. In ihrer Arbeit befasst sich die Radiologin des Universitätsklinikums Bonn mit der bildgebenden Untersuchung von Clearance-Prozessen im Gehirn. Diese Prozesse können auch für die Detektion von Retinoblastom-Markern bedeutsam sein. In ihrer Arbeit zeigt Deike, wie sich mithilfe moderner MRT-Verfahren und gadoliniumhaltiger Kontrastmittel bislang schwer zugängliche neurobiologische Prozesse in vivo sichtbar und quantifizierbar machen lassen. Damit, so betont die Deutsche Röntgengesellschaft (DRG), leiste sie einen bedeutenden Beitrag zum Verständnis zentraler Mechanismen der Hirnphysiologie. Zudem eröffne sie neue Perspektiven für Diagnostik und Therapie. In-vivo-Tracer physiologischer Clearance-Prozesse Der Röntgenpreis 2026 der DRG würdigt die Habilitationsschrift „Hirn-Clearance Bildgebung nach intravenöser Injektion gadoliniumhaltiger Kontrastmittel“. Darin weise Deike nach, dass makrozyklische MRT-Kontrastmittel regelhaft in das zentrale Nervensystem übertreten und sich als In-vivo-Tracer physiologischer Clearance-Prozesse eignen. „Ihre umfassenden quantitativen Analysen belegen zudem, dass trotz wiederholter Anwendung keine langfristigen Ablagerungen im Gehirn nachweisbar sind“, erklärt die Fachgesellschaft. Damit würden wichtige Erkenntnisse zur Sicherheit dieser Substanzen beigetragen. Orbitales glymphatisches System und Marker-Identifikation bei Retinoblastom Über die Grundlagenforschung hinaus erschließe Deike auch neue Anwendungsfelder, heißt es weiter. So etwa durch die Beschreibung des orbitalen glymphatischen Systems und die Identifikation klinisch relevanter Marker, beispielsweise bei Retinoblastomen. Ergänzt werde ihre Arbeit durch innovative, teils KI-gestützte und kontrastmittelfreie Verfahren zur Analyse früher Veränderungen bei neurodegenerativen Erkrankungen sowie durch die Entwicklung neuer Methoden zur Quantifizierung der Liquordynamik. „Mit dieser Verbindung aus methodischer Innovation, translationaler Relevanz und internationaler Sichtbarkeit setzt ihre Forschung maßgebliche Impulse für die Weiterentwicklung der neuroradiologischen Bildgebung“, begründet die DRG die Preisvergabe.
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