Die routinemäßige Einnahme von Aspirin beugt schwerer Präeklampsie vor17. Februar 2026 Täglich eingenommenes Aspirin in der Schwangerschaft kann das Risiko für eine schwere Präeklampsie verringern. (Symbolbild: © sosiukin/stock.adobe.com) Die tägliche Verordnung von Aspirin bereits beim ersten Vorsorgetermin in der Schwangerschaft war mit einer insgesamt geringeren Rate an schwerer Präeklampsie assoziiert. Das zeigt neue Forschung, die kürzlich auf dem SMFM-Kongress 2026™ (Society for Maternal-Fetal Medicine) vorgestellt wurde. Die schwere Präeklampsie ist eine lebensbedrohliche Schwangerschaftskomplikation mit gefährlich hohem Blutdruck und Anzeichen von Schäden an lebenswichtigen Organen. Präeklampsie zählt weltweit zu den häufigsten Ursachen für mütterliche Erkrankungen und Todesfälle. Bluthochdruckerkrankungen waren laut den US-amerikanischen Centers for Disease Control and Prevention (CDC) im Jahr 2024 für 7,7 Prozent aller schwangerschaftsbedingten Todesfälle in den USA verantwortlich. Die Diagnose einer Präeklampsie erfolgt über Blutdruckkontrolle und Symptomüberwachung. Niedrig dosierte Acetylsalicylsäure (ASS) kann nachweislich zur Prävention beitragen, wenn es bei Hochrisikopatientinnen zwischen der 12. und 28. Schwangerschaftswoche begonnen wird. Dennoch wird diese Maßnahme bislang zu selten genutzt. Deutsche Leitlinien empfehlen daher ab der Frühschwangerschaft (spätestens vor 16+0 SSW) die orale Einnahme von niedrig dosiertem ASS (100-150 mg/Tag, vorzugsweise abends eingenommen). Um den Effekt einer universellen Aspirintherapie auf die Rate schwerer Präeklampsie in einer Population mit hoher Präeklampsierate zu untersuchen, erhielten ab August 2022 alle Schwangeren bei ihrem ersten Vorsorgetermin bis einschließlich zur 16. Schwangerschaftswoche täglich 162 mg Aspirin. Wichtig dabei: Das Aspirin wurde direkt in den pränatalen Ambulanzen ausgegeben, um typische Hürden bei der Medikamenteneinnahme zu überwinden. Verglichen wurden die Ergebnisse von 18.457 Patientinnen, die zwischen 2023 und 2025 im Parkland Hospital in Dallas (Texas) entbunden hatten – also nach Einführung der universellen Aspirinstrategie – mit einer ähnlich großen Patientinnengruppe aus der Zeit vor dieser Umstellung. 29 Prozent weniger schwere Präeklampsien unter ASS Die Forschenden stellten fest, dass Schwangere mit täglicher ASS-Einnahme ein um 29 Prozent geringeres Risiko hatten, eine schwere Präeklampsie zu entwickeln, als die Vergleichsgruppe ohne ASS. Zudem trat die schwere Präeklampsie bei den betroffenen Patientinnen unter ASS-Therapie später in der Schwangerschaft auf als in der Kontrollgruppe. Auch Patientinnen mit bereits vor der Schwangerschaft bestehender chronischer Hypertonie entwickelten unter ASS seltener eine schwere Präeklampsie. Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für mütterliche Blutungen oder vorzeitige Plazentalösungen ergaben sich nicht. „Die direkte Gabe von Aspirin in dieser Population mit hohem Präeklampsierisiko schien das Auftreten einer schweren Präeklampsie zu verzögern und bei einigen Patientinnen deren Entwicklung sogar vollständig zu verhindern“, berichtet die leitende Forscherin Prof. Elaine Duryea von der Abteilung für Geburtshilfe und Gynäkologie des University of Texas Southwestern Medical Centers in Dallas. „Obwohl wir nicht mit Sicherheit sagen können, ob ähnliche Effekte bei anderen Patientengruppen auftreten, gab es keine Hinweise auf Schäden durch die Aspirin-Gabe.“ Der mündliche „Late-breaking“ Abstract Nr. 02 mit dem Titel „Universal aspirin administration for prevention of preeclampsia“ wird in der Februar-Ausgabe 2026 der Fachzeitschrift „PREGNANCY“ veröffentlicht. (lj/BIERMANN) Außerdem interessant zum Thema Präeklampsie: Sichelzellanämie in der Schwangerschaft: Biomarker kann Vorhersage des Präeklampsie-Risikos verbessern Präeklampsie-Risiko: Alte virale DNA könnte Hinweise liefern
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