rrMM: Phase-I-Studie zu neuen CAR-T-Zellen gegen drei BAFF-Rezeptoren

Zellen des Multiplen Myeloms bilden im Blutfluss Cluster. Abbildung: ©LASZLO – stock.adobe.com

Am University Hospitals (UH) Seidman Cancer Center läuft jetzt eine klinische Phase-I-Studie zu BAFF-CAR-T-Zellen beim rezidivierten/refraktären Multiplen Myelom.

Der Hämatologe und Onkologe Dr. Leland Metheny vom University Hospitals (UH) Seidman Cancer Center leitet die Studie. Ihm zufolge hat das Team in den zwei Jahren seit Abschluss der grundlegenden vorklinischen Arbeit gezeigt, dass es möglich sei, BAFF-CAR T-Zellen für menschliche Probanden herzustellen. Die Innovation besteht darin, Gene durch den Prozess der Elektroporation im Wesley Center for Immunotherapy am UH Seidman Cancer Center in T-Zellen einzuschleusen.

Im Januar 2022 veröffentlichte ein Forschungsteam des UH Seidman Cancer Center und der Case Western Reserve University einen Bericht in „Nature Communications“, in dem ein neuartiger Ansatz für die CAR-T-Zelltherapie bei B-Zell-Krebserkrankungen beschrieben wird. Das neue B-Zell-aktivierende Faktor-(BAFF)-CAR-T-Produkt, das von der Wissenschaftlerin Dr. Reshmi Parameswaran und ihren Kollegen des UH Seidman Cancer Center und der Case Western Reserve University entwickelt wurde, bindet spezifisch an jeden der drei Rezeptoren statt an einen – BAFF-R, BCMA und TACI . Dadurch stehen mehr therapeutische Optionen bereit und das Problem der Antigenflucht, das derzeit bei CAR-T-Therapien auftritt, die ausschließlich auf CD19 abzielen, wird vermieden. Experimentelle Ergebnisse zeigten, dass BAFF-CAR-T-Zellen mehrere B-Zell-Krebsarten wirksam abtöten können, wobei sie in vitro und In vivo eine robuste Zytotoxizität gegen das Mantelzelllymphom, das Multiple Myelom (MM) und Xenograft-Mausmodelle mit Akuter lymphatischer Leukämie ausüben.

Nur zwei Jahre später bilden diese entscheidenden Erkenntnisse die Grundlage für die klinische Phase-I-Studie BAFF CAR T für Patienten mit rezidiviertem und refraktärem MM (rrMM). Die neue Studie wird mit bis zu 20 Patienten mit rrMM und drei oder mehr vorherigen Therapielinien –  darunter eine immunmodulatorische Substanz, ein Proteasom-Inhibitor und ein monoklonaler CD38-Antikörper – durchgeführt.

„Unsere Studie wird eine sichere Dosis ermitteln und das initiale Signal für die Aktivität von BAFF-CAR T-Zellen gegen das rezidivierte Myelom liefern. Wir werden ein Herstellungsverfahren verwenden, das in mehreren akademischen Einrichtungen mit den entsprechenden Einrichtungen zur Zellherstellung repliziert werden könnte“, erläutert Metheny.

Der primäre Endpunkt besteht darin, die maximal verträgliche Dosis und die empfohlene Dosis von BAFF-CAR T-Zellen für eine Phase-II-Studie zu bestimmen. Zu den sekundären Endpunkten gehören die Ermittlung des Toxizitätsprofils, der ORR, der CR-Rate, der Ansprechdauer, des PFS, des OS, der Häufigkeit von Nebenwirkungen und der Häufigkeit von Antikörpern gegen die BAFF-CAR T-Zellen. Metheny und das Team werden 24 Monate lang Daten sammeln.

Er sei begeistert von dem Potenzial für die Patienten, die er behandelt, meint Metheny: „Es besteht ein anhaltender Bedarf an der Entwicklung neuer, wirksamer Therapien zur Behandlung von Myelomen“, erklärte er. „Die Therapie mit CAR T-Zellen hat sich als wirksam gegen das refraktäre Myelom erwiesen. Durch diese Studie prüfen wir, ob BAFF-CAR T-Zellen eine weitere Strategie für unsere Patienten mit refraktärer Erkrankung werden können.“

Die Studie wird im Rahmen einer Vereinbarung zwischen den University Hospitals und Luminary Therapeutics durchgeführt, einem Biotech-Start-up mit Sitz in Minneapolis. Luminary ist ein Unternehmen, das allogene CAR-T-Medikamente und Programme zur Behandlung von B-Zell-Malignomen, Autoimmunerkrankungen und soliden Tumoren entwickelt.

Finanzielle Offenlegung

Die UH besitzen lizenziertes geistiges Eigentum und Anteile am Sponsor dieser Forschungsstudie, Luminary Therapeutics. Daher könnten die UH aus den Ergebnissen dieser Forschung einen finanziellen Gewinn erzielen.