Sarkopenie bei pädiatrischem Morbus Crohn: Klar erhöhtes Risiko für klinische Rezidive im ersten Krankheitsjahr

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Welchen Einfluss hat eine Sarkopenie auf die klinischen Outcomes bei Kindern mit Morbus Crohn? Laut einer Studie erhöht ein degenerativer Abbau der Skelettmuskulatur bereits zum Zeitpunkt der Diagnose das Risiko für klinische Rezidive im ersten Krankheitsjahr signifikant.

Die aktuelle, retrospektive, monozentrische Fall-Kontroll-Studie erfolgte mit Kindern, bei denen ein M. Crohn neu diagnostiziert worden war. Um den Einfluss einer Sarkopenie zum Diagnosezeitpunkt zu bewerten, analysierten die Wissenschaftler die Daten all jener Kinder, bei denen man innerhalb eines Monats nach der Diagnose eine Magnetresonanztomographie (MRT) durchgeführt hatte. Eine Sarkopenie wurde durch Messung der Gesamtfläche des Psoas-Muskels (tPMA) auf Höhe der Lendenwirbel L3–L4 im MRT beurteilt und als Z-Score-Werte von mindestens 2 SD definiert.

Anschließend wurden Kinder mit und ohne Sarkopenie hinsichtlich ihres Risikos für Krankheitsschübe, M.-Crohn-bedingte Klinikaufenthalte, Komplikationen, der Notwendigkeit einer Intensivierung der Behandlung und Steroidtherapien über einen Nachbeobachtungszeitraum von zwei Jahren verglichen.

Mittels tPMA-Beurteilung Kinder mit erhöhtem Risiko früh erkennen

Die Studienärzte schlossen insgesamt 78 Kinder ein (Medianalter 10,7 Jahre), davon 46 (59%) mit Sarkopenie und 32 (41%) ohne. Das Risiko für ein klinisches Rezidiv war bei pädiatrischen Patienten mit Sarkopenie nach sechs (19,5% vs. 3%; Odds Ratio [OR] 7,5; 95 %-KI 1,5–85) und zwölf Monaten (30% vs. 6%; OR 6,5; 95%-Konfidenzintervall [KI] 1,4–30,4) deutlich erhöht. Darüber hinaus ergab eine Kaplan-Meier-Analyse ein geringeres rezidivfreies Überleben bei Kindern mit Sarkopenie (pLog-Rank=0,01; HR 2,7; 95%-KI 1,4–4,5).

Weiterhin konnte in der multivariaten Analyse eine Sarkopenie als unabhängiger Prädiktor für klinische Rezidive (OR 1,7; 95%-KI 1–3,1; p=0,045) identifiziert werden. Daneben ergab sich kein weiterer unabhängiger Prädiktor für einen ungünstigen Erkrankungsverlauf. Aufgrund dessen schlagen die Autoren nun vor, zukünftig eine MRT-Untersuchung des tPMA durchzuführen, um Kinder mit einem höheren Risiko für schlechtere Outcomes frühzeitig und gezielt ausfindig zu machen. (je)