SARS-CoV-2: Abnahme neutralisierender Antikörperantworten nach drei Monaten11. Mai 2021 © Robert Kneschke – stock.adobe.com (Symbolbild) Antikörperreaktionen können bei den meisten SARS-CoV-2-Infizierten 10–15 Tage nach Auftreten der ersten COVID-19-Symptome nachgewiesen werden. Da noch nicht genau bekannt ist, wie lange diese Antikörperreaktionen aufrechterhalten werden, ist auch unklar, ob es einen ausreichenden Schutz vor einer erneuten Infektion gibt. Eine Beobachtungsstudie britischer Wissenschaftler wollte daher jetzt für Aufklärung sorgen und analysierte Serumproben hinsichtlich ihrer neutralisierenden Antikörpertiter. Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass durch eine SARS-CoV-2-Infektion wahrscheinlich kein ausreichender Antikörperschutz gegen eine erneute Infektion erreicht wird. Die Forscher sind daher der Meinung, dass eine Verstärkung mittels Impfung erforderlich ist, um einen dauerhaften Schutz vor einer (erneuten) SARS-CoV-2-Infektion zu gewährleisten. Für die Studie verwendeten die Wissenschaftler sequenzielle Serumproben von 65 Personen, die eine per quantitativer Echtzeit-PCR bestätigte SARS-CoV-2-Infektion hatten. Die Proben wurden bis zu 94 Tage nach Auftreten erster Symptome (POS) entnommen. Eine Serokonversion (Immunglobulin[Ig]M, IgA, IgG) konnte in >95% der Fälle bestätigt werden. Neutralisierende Antikörperantworten konnten nachgewiesen werden, wenn die Probenahme >8 Tage nach POS erfolgte. Des Weiteren konnte demonstriert werden, dass die Kinetik der neutralisierenden Antikörperantwort typisch für eine akute Virusinfektion ist. Nach einem anfänglichen Spitzenwert werden abnehmende neutralisierende Antikörpertiter beobachtet und die Höhe dieses Spitzenwertes hängt von der Schwere der Erkrankung ab. Obwohl einige Personen mit einer hohen Infektionsdosis (ID50 >10.000) auch >60 Tagen nach POS neutralisierende Antikörpertiter von >1000 beibehielten, wiesen einige Personen mit einem niedrigeren ID50 neutralisierende Antikörpertiter auf, die sich noch innerhalb der Nachbeobachtungszeit dem Ausgangswert annäherten. Des Weiteren konnte ein ähnlicher Rückgang der neutralisierenden Antikörpertiter auch bei einer Kohorte von 31 seropositiven Beschäftigten des Gesundheitswesens beobachtet werden. Fazit Die Studienergebnisse deuten darauf hin, dass durch eine SARS-CoV-2-Infektion wahrscheinlich kein ausreichender Antikörperschutz gegen eine erneute Infektion erreicht wird. Die Forscher sind daher der Meinung, dass eine Verstärkung mittels Impfung erforderlich ist, um einen dauerhaften Schutz vor einer (erneuten) SARS-CoV-2-Infektion zu gewährleisten. (sh) Autoren: Seow J et al. Korrespondenz: Katie Doores; [email protected] Studie: Longitudinal observation and decline of neutralizing antibody responses in the three months following SARS-CoV-2 infection in humans Quelle: Nat Microbiol 2020;5(12):1598–1607. Web: https://doi.org/10.1038/s41564-020-00813-8
Mehr erfahren zu: "Antibiotika werden global nicht optimal eingesetzt" Antibiotika werden global nicht optimal eingesetzt Antibiotika werden weltweit nicht optimal eingesetzt. So würden einfache Mittel für häufige bakterielle Infektionen zu wenig genutzt, in ärmeren Ländern erhalten Patienten oft nicht die Mittel, die bei schweren Infektionen […]
Mehr erfahren zu: "Kegelschneckengift: Neues schmerzstillendes Peptid für die subkutane Anwendung identifiziert" Kegelschneckengift: Neues schmerzstillendes Peptid für die subkutane Anwendung identifiziert Ein internationales Forschungsteam hat das Peptid AoIA aus dem Gift einer Kegelschnecke untersucht. In einem Tiermodell verringerte es nach subkutaner Injektion entzündungsbedingte Schmerzen deutlich. Damit könnte es eine schonendere Anwendungsoption […]
Mehr erfahren zu: "Badeunfall: Kein Sprung in flaches Wasser" Badeunfall: Kein Sprung in flaches Wasser Die DGOU macht zur Badesaison auf das Risiko von Querschnittlähmungen nach Kopfsprüngen aufmerksam. Vor dem Sprung solle die Wassertiefe geprüft und auf Kopfsprünge in trübes Wasser grundsätzlich verzichtet werden, ebenso […]