SARS-CoV-2-Infizierte mit erhöhtem Diabetesrisiko in postakuter Phase2. August 2022 © interstid – stock.adobe.com (Symbolbild) Kann sich bei mit SARS-CoV-2-Infizierten im Rahmen eines Post-Covid-Syndroms ein Diabetes entwickeln? Zur Beantwortung dieser Frage nutzten Forschende aus den USA die nationalen Datenbanken des US Department of Veterans Affairs, um eine Kohorte von 181.280 Teilnehmern zu bestimmen, die zwischen dem 1. März 2020 und dem 30. September 2021 positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden und die ersten 30 Tage überlebt hatten. Eine zeitlich angepasste, im gleichen Zeitraum rekrutierte Kohorte (n=4.118.441) und eine vor der COVID-19-Pandemie rekrutierte historische Kohorte (n=4.286.911) dienten als Kontrollen. In beiden Kontrollkohorten lagen keine SARS-CoV-2-Infektionen vor und alle Teilnehmer der 3 Vergleichsgruppen waren frei von Diabetes. Es wurden 2 Risikomaße bewertet: die HR und Belastung pro 1000 Personen nach 12 Monaten. In der postakuten Phase der Erkrankung wiesen Personen mit COVID-19 versus der zeitlich angepassten Kontrollgruppe ein erhöhtes Risiko (HR 1,40; 95%-KI 1,36–1,44) und eine übermäßige Belastung (HR 13,46; 95%-KI 12,11–14,84, pro 1000 Personen nach 12 Monaten) für das Auftreten von Diabetes sowie ein höheres Risiko (HR 1,85; 95%-KI 1,78–1,92) und eine größere Belastung (HR 12,35; 95%-KI 11,36–13,38) für die Einnahme von Antihyperglykämika auf. Darüber hinaus ergaben Analysen zur Schätzung des Risikos eines zusammengesetzten Endpunkts für das Auftreten von Diabetes oder die Einnahme von Antihyperglykämika einen HR von 1,46; (95%-KI 1,43–1,50) und für eine übermäßige Belastung von 18,03 (95%-KI 16,59–19,51) pro 1000 Personen nach 12 Monaten. Das Risiko und die Belastung durch postakute Folgen stiegen je nach Schweregrad der akuten COVID-19-Phase an. Alle Resultate stimmten mit denen der historischen Kontrollen überein. Fazit In der postakuten Phase konnte ein erhöhtes Risiko und eine erhöhte 12-Monats-Belastung durch neu auftretenden Diabetes und die Einnahme von Antihyperglykämika bei Personen mit COVID-19 versus den Kontrollgruppen festgestellt werden. Die postakute COVID-19-Betreuung sollte daher auch die Erfassung von Diabetes umfassen. (bi) Autoren: Xie Y et al. Korrespondenz: Ziyad Al-Aly; [email protected] Studie: Risks and burdens of incident diabetes in long COVID: a cohort study Quelle: Lancet Diabetes Endocrinol 2022;10(5):311–321. Web: https://doi.org/10.1016/S2213-8587(22)00044-4
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