SARS-CoV-2: Kohortenstudie bewertet Empfindlichkeit von Heim-Antigentests29. September 2022 © Andreas Prott – stock.adobe.com (Symbolbild) Forschende aus den USA bewerteten die diagnostische Leistung von Heim-Antigentests auf SARS-CoV-2 im Vergleich zur Reversen Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR) in einer prospektiven Kohortenstudie. Die Studie wurde im Zeitraum Januar–Mai 2021 in San Diego County und in der Metropole Denver, USA, durchgeführt. Die willkürliche Stichprobe umfasste Erwachsene und Kinder mit RT-PCR-bestätigter Infektion, die 15 Tage lang Heim-Antigentests verwendeten und sich ≥1 Nasen-Rachen-Abstrich für eine RT-PCR, Viruskultur und Sequenzierung unterzogen. Der primäre Endpunkt der Studie bestand in der Sensitivität von Heim-Antigentests zum Nachweis von RT-PCR-bestätigten Fällen pro Tag betrachtet. Zu den sekundären Endpunkten gehörten der tägliche Prozentsatz der positiven Antigentest-, RT-PCR- und Viruskulturergebnisse sowie die Sensitivität des Antigentests im Vergleich zu RT-PCR und Kulturen am selben Tag. Für eine Untergruppe von Studienteilnehmern bewerteten die Autoren zudem Anwendungsfehler und die Akzeptanz bezüglich Antigentests. An der Untersuchung nahmen 225 Personen mit RT-PCR-bestätigter Infektion teil. Das Alter der Probanden lag im Median bei 29 Jahren (Spanne 1–83), bei 117 handelte es sich um Frauen (52%). Asiatischer Abstammung waren 10 (4%) der Studienteilnehmer, bei 6 (3%) handelte es sich um Schwarze oder Afro-Amerikaner, bei 50 (22%) um Personen lateinamerikanischer Herkunft oder Abstammung, 3 (1%) waren gebürtige Hawaiianer oder von einer anderen Pazifikinsel, 145 (64%) waren Weiße und 11 (5%) stammten von unterschiedlichen Ethnien ab. Insgesamt führten die Probanden 3044 Antigentests durch und ließen 642 Nasen-Rachen-Abstriche nehmen. Die Sensitivität des Antigentests betrug 50% (95%-KI 45–55) während der Infektionsphase, 64% (95%-KI 56–70) im Vergleich zu einer RT-PCR am selben Tag und 84% (95%-KI 75–90) im Vergleich zu einer Virenkultur am selben Tag. Die Sensitivität des Antigentests erreichte mit 77% (95%-KI 69–83) ihren Höhepunkt 4 Tage nach Beginn der Erkrankung. Die Sensitivität des Antigentests verbesserte sich mit einer 2. Durchführung 1–2 Tage später, insbesondere zu Beginn der Infektion. Sechs Tage nach Krankheitsbeginn betrug die Positivität des Antigentests 61% (95%-KI 53–68). Fast alle (216 [96%]) der befragten Personen gaben an, dass sie sich mit höherer Wahrscheinlichkeit auf eine SARS-CoV-2-Infektion testen würden, wenn sie rezeptfreie Heim-Antigentests bekämen. Fazit Wie die Autoren einer in den USA durchgeführten Kohortenstudie zu Heim-Antigentests berichten, ist die Sensitivität solcher Tests für SARS-CoV-2 im Vergleich zur Reversen Transkriptase-Polymerase-Kettenreaktion (RT-PCR) als moderat und im Vergleich zur Viruskultur als hoch einzustufen. Die Ergebnisse legen den Forschenden zufolge auch nahe, dass symptomatische Personen mit einem anfänglich negativen Ergebnis eines Heim-Antigentests sich 1–2 Tage später erneut testen sollten, da in dieser Untersuchung die Testempfindlichkeit einige Tage nach Ausbruch der Krankheit ihren Höhepunkt erreichte und sich mit wiederholten Tests verbesserte. (ac) Autoren: Chu VT et al. Korrespondenz: Noah G. Schwartz; [email protected] Studie: Comparison of Home Antigen Testing With RT-PCR and Viral Culture During the Course of SARS-CoV-2 Infection Quelle: JAMA Intern Med 2022;182(7):701–709. Web: https://doi.org/10.1001/jamainternmed.2022.1827
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