SARS-CoV-2: Studie untersucht Infektionsrisiko mit Delta-Variante in unterschiedlichen Settings2. Juni 2022 © Syda Productions – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine Arbeitsgruppe aus Frankreich untersuchte in einer landesweiten Fall-Kontroll-Studie im Zeitraum vom 23. Mai bis 13. August 2021 die Verbreitung der Delta-Variante in Frankreich bei Personen unter 40 Jahren, die Bars oder Partys besuchten und einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt waren. Die Forschenden schlossen in ihre Untersuchung 12.634 infizierte Erwachsene (8644 Delta, 3990 Nicht-Delta; Zeitraum 23.05.–13.08.2021) ein, denen als Kontrollen nichtinfizierte Erwachsene aus einem nationalen repräsentativen Panel zugeordnet wurden. Alle füllten einen Online-Fragebogen aus. Anhand einer multivariablen logistischen Regressionsanalyse versuchten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, den Zusammenhang zwischen einer akuten SARS-CoV-2-Infektion und jüngsten aktivitätsbezogenen Expositionen, einer früheren SARS-CoV-2-Infektion und einer COVID-19-Impfung zu bestimmen. Die Arbeitsgruppe fand keine Unterschiede bei Settings und Aktivitäten im Zusammenhang mit Delta- und Nicht-Delta-Infektionen und teilte sie für nachfolgende Auswertungen in Gruppen ein. Die multivariable Analyse ergab, dass Personen im Alter von <40 Jahren, die Bars (adjustierte OR [aOR] 1,9; 95%-KI 1,6–2,2) oder Partys besuchten (aOR 3,4; 95%-KI 2,8–4,2), ein erhöhtes Infektionsrisiko hatten. Bei Personen im Alter von ≥40 Jahren, deren Kinder eine Kinderganztagsbetreuung (aOR1,9; 95%-KI 1,1–3,3), einen Kindergarten (aOR 1,6; 95%-KI 1,2–2,1), die Grundschule (aOR 1,4; 95%-KI 1,2–1,6) oder eine Mittelschule besuchten (aOR 1,3; 95%-KI 1,2–1,6), wurde ebenfalls ein erhöhtes Infektionsrisiko beobachtet. Die Forschenden fanden einen starken Schutz vor einer symptomatischen Infektion mit der Delta-Variante bei Personen mit vorangegangener Infektion, unabhängig davon, ob diese kurz zuvor (2–6 Monate) aufgetreten war (95%; 95%-KI 90–97). Das Gleiche wurde im Zusammenhang mit einer (85%; 95%-KI 78–90) oder 2 Impfungen mit einem mRNA-Vakzin beobachtet (96%; 95%-KI 87–99). Bei Personen ohne eine vorangegangene Infektion fiel der Schutz durch 2 Dosen eines mRNA-Impfstoffes geringer aus (67%; 95%-KI 63–71). Fazit In Übereinstimmung mit anderen Beobachtungsstudien haben die Autorinnen und Autoren der landesweit in Frankreich durchgeführten Fall-Kontroll-Studie eine verminderte Wirksamkeit der aktuell verfügbaren COVID-19-Impfstoffe gegen symptomatische Infektionen mit der B.1.617.2-Variante (Delta) von SARS-CoV-2 bei zuvor nicht Infizierten festgestellt. Die Ergebnisse zu den untersuchten Settings und Aktivitäten (Bars, Partys, Kinderbetreuung und Schulen) beziehungsweise solchen mit erhöhtem Infektionsrisiko zeigten, wo stärkere Anstrengungen zur Infektionskontrolle konzentriert werden müssen, schreiben die Forschenden. (ac) Autoren: Grant R et al. Korrespondenz: Arnaud Fontanet; [email protected] Studie: Impact of SARS-CoV-2 Delta variant on incubation, transmission settings and vaccine effectiveness: Results from a nationwide case-control study in France Quelle: Lancet Reg Health Eur 2022;13:100278. Web: https://doi.org/10.1016/j.lanepe.2021.100278
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