Schädel-Hirn-Trauma bei Kindern: App hilft bei ambulanter Überwachung9. Januar 2024 PD Dr. Nora Bruns (l.) Kinderklinik I, leitet das App basierte Forschungsprojekt zur ambulanten Versorgung von Kindern mit mildem Schädelhirntrauma. Unterstützt wird sie von Prof. Christian Dohna-Schwake, Kinderklinik I. (Foto: ©UDE/Burkhard Büscher) In elf Kinderkliniken in Deutschland werden im Zuge eines großen Forschungsprojektes ab September 2024 Kinder und Jugendliche mit Schädel-Hirn-Trauma (SHT) mithilfe einer neuen App ambulant überwacht. Geleitet wird SaVeBRAIN.Kids von einem Team der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE). Das Schädel-Hirn-Trauma zählt zu den häufigsten Verletzungen im Kindesalter. In Deutschland werden pro Jahr mehr als 90.000 Kinder stationär überwacht. Davon verlaufen die meisten Fälle allerdings mild. Genau diese Gruppe steht im Fokus der Beobachtungen. „Die App kommt nur bei Kindern und Jugendlichen zum Einsatz, bei denen ein sehr geringes Risiko für eine Verletzung des Gehirns besteht“, sagt Konsortialführerin PD Dr. Nora Bruns von der Klinik für Kinderheilkunde I des Universitätsklinikums Essen (UK Essen). „Denn aus der Praxis wissen wir, dass diese Gruppe oft hospitalisiert wird, weil man sichergehen möchte, dass keine schwerwiegende Verletzung übersehen wurde.“ Bei dem Projekt SaVeBRAIN.Kids (Sichere ambulante Versorgung von Kindern mit mildem Schädelhirntrauma) werden Ärzte in der Notaufnahme bei der Erhebung einer strukturierten Anamnese und Untersuchung unterstützt. Die App kann den Schweregrad eines SHT schnell und zuverlässig erkennen und hilft den Behandelnden bei der Entscheidung, ob Betroffene stationär aufgenommen werden müssen oder ob eine ambulante Versorgung genügt. Zudem soll die Anwendung die Eltern im Alltag daran erinnern, ihr Kind regelmäßig zu beobachten. Sie hilft ihnen einzuschätzen, ob möglicherweise doch eine Verletzung des Gehirns vorliegt, die behandelt werden muss. Durch den neuen Versorgungspfad sollen Krankenhausaufnahmen seltener werden. Dies käme vor allem den Patienten und ihren Familien zugute. Für das Gesundheitssystem würden zudem weniger Kosten entstehen, sind die Projektbeteiligten überzeugt. Die neue App-gestützte Versorgungsform bei mildem Schädel-Hirn-Trauma wird gemeinsam mit Krankenkassen und weiteren Projektpartnern wie der LMU München und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hof (HAH) erprobt. Gefördert wird das Projekt durch den Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses für 3,5 Jahre mit 5,9 Millionen Euro; knapp 2,8 Millionen Euro gehen an die UDE.
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