Schärfere Abwasserregeln bei Kläranlagen sollen Trinkwasser schützen6. Januar 2026 Eine vierte Reinigungsstufe des Abwassers in ausgewählten Kläranlagen soll künftig das Trinkwasser besser schützen. Symbolbild: Watthana Tirahimonch/stock.adobe.com Rückstände etwa von Arzneimitteln, Pestiziden und Hormonen aus dem Abwasser sollen künftig mit einer zusätzlichen vierten Reinigungsstufe von ausgewählten Kläranlagen gefiltert werden. Bis 2045 müssten die Betreiber in die verbesserte Reinigung investieren. Zahlreiche Schadstoffe, Antibiotika, Weichmacher und hormonell wirksame Substanzen könnten von den Kläranlagen bisher nur unzureichend herausgefiltert werden, erklärte die Umweltexpertin der Grünen-Landtagsfraktion in Rheinland-Pfalz, Lea Heidbreder. Für Grundwasser und Gewässer stellten diese Substanzen eine wachsende Belastung dar. Die vierte Reinigungsstufe trage entscheidend dazu bei, dass Trinkwasser langfristig sicherer und nachhaltiger produziert werden kann. Wie wichtig das ist, zeigte beispielsweise vergangenen November der positive Enterokokken-Befund bei einer Trinkwasser-Routineuntersuchung in Wiesbaden. Für die betroffenen Stadtteile galt in der Folge vorübergehend ein Abkochgebot. Schärfere Regeln zum Schutz von Trinkwasser Hintergrund für die schärferen Regeln ist die neu gefasste europäische Kommunalabwasserrichtlinie (Karl). Ausschlaggebend für das Umsetzen der vierten Reinigungsstufe sind etwa Einwohnerzahlen und Schutzgebiete in der Umgebung der Kläranlagen. Bei den drei herkömmlichen Reinigungsstufen werden zunächst Feststoffe aus dem Wasser geholt, etwa Toilettenpapier oder Essensreste. In der zweiten Stufe, der biologischen Behandlung, wird das Abwasser mit Hilfe von Bakterien und anderen Mikroorganismen von organischen Verbindungen befreit. In der dritten Stufe, derchemisch-physikalischen, geht es in erster Linie um die Entfernung von Phosphor. Mit der vierten Reinigungsstufe sollen künftig Spurenstoffe beseitigt werden, dazu zählen unter anderem die Reste von Arzneien, Wasch- und Reinigungsmitteln, Kosmetika oder Hormone. Sie gelangen vor allem mit dem Abwasser in die Kläranlagen. „Auch wir Menschen nehmen über die Nahrungskette immer mehr dieser Schadstoffe in uns auf“, erklärte Heidbreder. „Der Ausbau der Kläranlagen ist mit Blick auf die Gesundheit der Bevölkerung eine gute und notwendige Investition.“ Investionen von geschätzt 600 Millionen Euro notwendig Im Kontext von Karl werde mit der Umsetzung der vierten Reinigungsstufe auf sechs kommunalen Kläranlagen in Rheinland-Pfalz begonnen, teilte das Umweltministerium auf eine parlamentarische Anfrage der Grünen-Fraktion mit. Bei der Kläranlage Mainz habe der Bau bereits begonnen. In der Genehmigungs- und Planungsphase seien zudem die Kläranlagen Schwegenheim, Edenkoben, Jockgrim, Landstuhl und Untere Ahr. Insgesamt machen die schärferen EU-Grenzwerte für Betreiber von Kläranlagen in Rheinland-Pfalz laut dem Umweltministerium Investitionen von schätzungsweise rund 600 Millionen Euro nötig. Betroffen sind nach Angaben des Ministeriums 65 Kläranlagen im Land. Die Millionensumme sei eine vorläufige Schätzung. (dpa/mkl)
Mehr erfahren zu: "CLL: Universitätsklinikum Heidelberg darf CAR-T-Zellen herstellen" CLL: Universitätsklinikum Heidelberg darf CAR-T-Zellen herstellen Das Universitätsklinikum Heidelberg (UKHD) hat vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) eine Krankenhausausnahme-Genehmigung für die Herstellung und Anwendung von Heidagen-lecleucel gegen Chronische lymphatische Leukämie (CLL) erhalten. Erste Patienten werden ab 2026 behandelt.
Mehr erfahren zu: "Ärztepräsident fordert Zucker- und Alkohol-Abgabe" Ärztepräsident fordert Zucker- und Alkohol-Abgabe Bessere Gesundheit für die Menschen in Deutschland, vielleicht sogar mehr Lebensjahre? Mit solchen Versprechen wirbt der Ärztepräsident für eine neue Zucker- und Alkohol-Abgabe.
Mehr erfahren zu: "Mehr Schutz für Ärzte – Strafen bei Angriffen sollen steigen" Mehr Schutz für Ärzte – Strafen bei Angriffen sollen steigen Medizinerinnen und Mediziner berichten von regelmäßigen Übergriffen im Job. Meist seien es Patienten, die angreifen. Die Bundesregierung will mögliche Strafen erhöhen.