Schilddrüsenknoten bei Kindern operieren? Ultraschall-Elastographie gibt Auskunft2. Februar 2022 Foto: © familylifestyle – stock.adobe.com DEGUM-Experten empfehlen schmerzfreies Verfahren als Alternative zur nuklearmedizinischen Untersuchung und zur Feinnadelpunktion. Etwa 55.000 Kinder bis 15 Jahre haben in Deutschland Schilddrüsenknoten. Wenn Eltern diese ertasten, sind die Sorgen oft groß: Ist der Knoten gut- oder bösartig? Was ist zu tun? Nach den üblichen ersten Untersuchungen – also dem Tastbefund, einer Ultraschalldiagnostik sowie nach der Bestimmung der Schilddrüsenwerte (TSH, fT3, fT4) und der Tumormarker Calcitonin – empfehlen Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e. V. (DEGUM) den Einsatz der Ultraschall-Elastographie. Mit dieser Methode kann rasch und mit hoher Sicherheit abgeklärt werden, ob das sensible Organ punktiert oder operiert werden muss. Im Vergleich zu anderen Verfahren hat die Elastographie zahlreiche Vorteile, denn sie ist im Gegensatz zur nuklearmedizinischen Untersuchung (Szintigraphie) komplett strahlenfrei und im Vergleich zur Feinnadelpunktion für die kleinen Patientinnen und Patienten schmerzfrei. „Deutschland ist Weltmeister im Operieren von Schilddrüsenknoten“, betont DEGUM-Experte Prof. Jörg Bojunga, Leiter des Schwerpunktes Endokrinologie und Diabetologie des Universitätsklinikums Frankfurt. „Dabei wären zahlreiche Eingriffe vermeidbar, denn eine qualitativ hochwertige Diagnostik – nämlich eine Ultraschalluntersuchung inklusive Elastographie – kann innerhalb von wenigen Minuten häufig Klarheit bringen.“ Im Vergleich zur Feinnadelpunktion, bei der Eltern oft tagelang voller Sorge auf das Untersuchungsergebnis warten müssen, liegt das Ergebnis der Elastographie unmittelbar vor. Weitere Schritte können demzufolge also direkt besprochen werden. Ein weiterer Vorteil der Elastographie: Auch wenn sie die Feinnadelpunktion nicht ersetzt, so ist mittels Elastographie eine deutlich bessere und genauere Eingrenzung von Knoten für die weitere Diagnostik möglich. Die Elastographie hilft damit, unnötige Feinnadelpunktionen oder auch Operationen zu vermeiden. „Bei der Punktion kann es zudem passieren, dass die Gewebeprobe im schlimmsten Fall aus Knoten-Arealen stanzt, die noch gutartig sind, während direkt daneben bereits krankhaft verändertes Gewebe wuchert. Die Sono-Elastographie hingegen liefert ein exaktes Ergebnis“, sagt DEGUM-Experte Prof. Tilman Rohrer von der Klinik für Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie am Universitätsklinikum des Saarlandes. Doch wie funktioniert die Sono-Elastographie? Und warum ermöglicht sie so genaue Ergebnisse bei der Diagnostik von Schilddrüsenknoten? „Der behandelte Arzt übt mit dem Ultraschallkopf einen sanften Druck auf die Schilddrüse aus, sodass die Verformbarkeit des Knotens genau entdeckt und durch ein spezielles Computerprogramm vermessen wird“, erläutert Bojunga. „Das ganze Areal wird dann plakativ farblich am Bildschirm dargestellt. Wenn sich vorwiegend Grünanteile zeigen, liegt ein weicher Knoten vor, der in etwa 97 bis 99 Prozent der Fälle gutartig ist. Ein Großteil der Schilddrüsenknoten entpuppt sich glücklicherweise als gutartig und muss demzufolge weder punktiert noch operiert werden.” Aufgrund der so erfolgsversprechenden Diagnose bei Schilddrüsenknoten sollte die Ultaschall-Elastographie auch bei den kleinen Patientinnen und Patienten zukünftig häufiger zum Einsatz kommen. „So können wir das Risiko bei kindlichen Schilddrüsenknoten richtig einschätzen – und Eltern möglicherweise unnötige Sorgen nehmen sowie Kinder gegebenenfalls vor Operationen bewahren“, so Rohrer abschließend.
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