Schlafapnoe und weniger Tiefschlaf stehen mit einer schlechteren Hirngesundheit in Zusammenhang11. Mai 2023 Abbildung: © kengmerry/stock.adobe.com Personen, die an einer Schlafapnoe leiden und weniger Zeit im Tiefschlaf verbringen, weisen mit höherer Wahrscheinlichkeit Biomarker auf, die mit einem gesteigerten Risiko für Schlaganfall, Alzheimer und kognitiven Verfall assoziiert sind. Darauf lässt eine neue Studie schließen, die allerdings keine kausalen Zusammenhänge belegt. Für ihre Studie untersuchten deren Autoren Schlaf-Faktoren und Biomarker für die Substantia-alba-Gesundheit. Einen dieser Biomarker – Hyperintensitäten der weißen Substanz – bilden winzige Läsionen, die auf Hirn-Scans sichtbar sind. Hyperintensitäten der weißen Substanz treten mit zunehmendem Alter oder bei unkontrolliertem Bluthochdruck häufiger auf. Der andere Biomarker gibt Auskunft über die Integrität der Axone, die die Nervenfasern bilden, die Nervenzellen verbinden. „Diese Biomarker sind empfindliche Anzeichen einer frühen zerebrovaskulären Erkrankung“, erklärt Studienautor Dr. Diego Z. Carvalho von der Mayo Clinic in Rochester (USA) und Mitglied der American Academy of Neurology. „Die Feststellung, dass eine schwere Schlafapnoe und eine Verringerung des Tiefschlafzeit mit diesen Biomarkern assoziiert sind, ist wichtig, da es für diese Veränderungen im Gehirn keine Behandlung gibt. Deshalb müssen wir Wege finden, um zu verhindern, dass sie auftreten oder sich verschlimmern.“ An der Studie nahmen 140 Menschen mit Obstruktiver Schlafapnoe im Durchschnittsalter von 73 Jahren teil, die sich einem Hirn-Scan und einer Untersuchung über Nacht in einem Schlaflabor unterzogen. Die Teilnehmenden hatten zu Beginn der Studie keine kognitiven Probleme und bis zum Ende der Studie keine Demenz entwickelt. Insgesamt litten 34 Prozent an einer leichten, 32 Prozent an einer mittelschweren und 34 Prozent an einer schweren Schlafapnoe. Die Forschenden ermittelten, wie viel Zeit die Probanden im Tiefschlaf (Non-REM-Stadium 3) verbrachten. Er gilt als bester Indikator für die Schlafqualität. Man stellte fest, dass mit jedem Rückgang des Prozentsatzes an Tiefschlaf um zehn Punkte ein Anstieg der Menge an Hyperintensitäten in der weißen Substanz einherging, ähnlich dem Effekt eine um 2,3 Jahre höheren Alters. Der gleiche Rückgang war auch mit einer verminderten axonalen Integrität verbunden, vergleichbar mit dem Effekt eines um drei Jahre höheren Alters. Menschen mit schwerer Schlafapnoe besaßen laut den Forschenden ein höheres Volumen an Hyperintensitäten der weißen Substanz als Menschen mit leichter oder mittelschwerer Schlafapnoe. Sie wiesen auch eine verminderte axonale Integrität im Gehirn auf. Die Forscher berücksichtigten bei ihrer Analyse Alter, Geschlecht und solche Erkrankungen, die das Risiko von Gehirnveränderungen beeinflussen könnten, wie etwa Hypertonie und ein hoher Cholesterinspiegel. „Es muss weiter geforscht werden, um festzustellen, ob Schlafprobleme diese Gehirnbiomarker beeinflussen oder umgekehrt“, erklärt Carvalho. „Wir müssen auch untersuchen, ob Strategien zur Verbesserung der Schlafqualität oder zur Behandlung der Schlafapnoe die Entwicklung dieser Biomarker beeinflussen können.“ Das Split-Night-Design der Schlafuntersuchungen führte den Wissenschaftlern zufolge zu einer eingeschränkten Aussagefähigkeit der Studie insgesamt. Der Schlaf der Probanden wurde beobachtet und Schlaf-Faktoren gemessen, bis sie die Kriterien für die Diagnose einer OSA erfüllten, meist in den ersten zwei bis drei Stunden Schlaf. Anschließend erhielten sie für den Rest der Nacht ein Gerät zur Therapie mit kontinuierlichem Überdruck. Daher, so erklären die Autoren, seien die Schlafmessungen möglicherweise nicht repräsentativ für eine ganze Nacht Schlaf.
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