Schlafdauer steht mit Lungenfibrose in Zusammenhang7. Januar 2020 Foto: © wirojsid/Adobe Stock Menschen, die regelmäßig länger als elf Stunden oder weniger als vier Stunden schlafen, leiden laut einer aktuellen Studie zwei- bis dreimal häufiger an einer Lungenfibrose als Menschen, die täglich sieben Stunden am Tag schlafen. Die Studienautoren führen diesen Zusammenhang auf die Chronobiologie zurück. Maßnahmen, die die die innere Uhr des Körpers beeinflussten, führten in vitro zu einer Reduktion der Fibrose, wie die britischen Wissenschaftler berichten. Die körpereigene Uhr beeinflusst nahezu jede Zelle des menschlichen Körpers und steuert 24-Stunden-Zyklen bei vielen Prozessen wie dem Schlaf, der Hormonsekretion und dem Stoffwechsel. In der Lunge werden durch die Chronobiologie vor allem die Atemwege beeinflusst. Bei Patienten mit Lungenfibrose jedoch haben die Schwingungen der inneren Uhr auch Auswirkungen auf die Alveolen, wie die Forscher entdeckten. Untersuchungen an Mäusen ergaben, dass es durch Veränderungen der körpereigenen Uhr zu einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für eine Lungenfibrose kam. Die Forscher konnten anhand der Verwendung von Humandaten aus der UK Biobank zeigen, dass eine Lungenfibrose sowohl mit einer verkürzte als auch mit einer langen Schlafdauer verbunden ist. Der Zusammenhang zwischen Schlafdauer und Lungenfibrose sei ähnlich stark wie bei anderen bekannten Risikofaktoren für diese Erkrankung, berichten die Studienautoren. Menschen, die nach eigenen Angaben regelmäßig täglich vier Stunden oder weniger schlafen, verdoppelten ihr Risiko für eine Lungenfibrose, während diejenigen, die elf Stunden oder länger pro Tag schlafen, ihr Risiko im Vergleich zu Personen mit siebenstündigem Schlaf sogar verdreifachen. Geringer ausgeprägte, aber immer noch erhöhte Risiken traten auch bei Menschen auf, die abends regelmäßig lange aufbleiben oder Schichtarbeit leisten. Die Forscher erklären ihre Ergebnisse mit der Entdeckung, dass ein für die innere Uhr wichtiges Protein (REVERBα) die Produktion eines Schlüsselproteins bei Lungenfibrose (Kollagen) verändert. Dies sei ein hochinteressanter Befund, so die Forscher, da chemische Verbindungen die Funktion von REVERBα verändern könnten. Die Autoren konnten zeigen, dass eine dieser REVERBα-Verbindungen Kollagen in Lungengewebsschnitten von Menschen mit dieser Erkrankung reduzieren kann. Dr. John Blaikley von der Universität Manchester, der das Projekt leitete, erklärt: „Die Lungenfibrose ist eine verheerende Erkrankung, die derzeit unheilbar ist. Daher eröffnet die Entdeckung, dass die körpereigene Uhr möglicherweise eine Schlüsselrolle spielt, eventuell neue Möglichkeiten zur Behandlung oder Vorbeugung der Lungenfibrose. Der Zusammenhang zwischen Lungenfibrose und Schlafdauer muss noch weiter erforscht werden, um sowohl die Ursache festzustellen als auch, um die Ergebnisse zu reproduzieren. Wenn diese Ergebnisse bestätigt werden, kann eine optimale Schlafdauer die Auswirkungen dieser verheerenden Krankheit verringern.“ Dr. Peter Cunningham, Koautor der Studie, ergänzt: „Es ist faszinierend anzunehmen, dass die Aktivität der inneren Uhr bei fibrotischen Erkrankungen zunimmt. Frühere Studien haben gezeigt, dass die körpereigene Uhr auch bei Infektionen, Krebs und Diabetes eine wichtige Rolle spielt. Dass dies offenbar auch bei der Fibrose der Fall ist, lässt vermuten, dass die Veränderung dieser Oszillationen zu einem wichtigen therapeutischen Ansatz werden könnte.“
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