Schlafoptimierung senkt genetisch bedingtes Psoriasis-Risiko

Schlechter Schlaf
Symbolbild: © Pormezz – stock.adobe.com

Ungünstige Schlafmuster erhöhen in einer UK-Biobank-Kohorte das Risiko für Psoriasis und Psoriasis-Arthritis deutlich, besonders bei hoher genetischer Prädisposition. Biomarker vermitteln diesen Zusammenhang nur teilweise.

Ungünstige Schlafmuster erhöhen das Risiko für Psoriasis signifikant, insbesondere bei Menschen mit einer hohen genetischen Prädisposition für Psoriasis, so das Ergebnis einer prospektiven Kohortenstudie im „British Journal of Dermatology“. Diese Assoziation wird teilweise durch Biomarker vermittelt und unterstreicht die Schlafoptimierung als modifizierbaren Lebensstilfaktor zur Reduktion des Risikos für Psoriasis und Psoriasis-Arthritis.

Auswertung der UK-Biobank-Daten

Die Arbeitsgruppe nutzte die Daten von 399.912 Personen ohne Psoriasis aus der UK Biobank. Mittels Cox-Regressionen (Proportional Hazards) analysierten sie den Zusammenhang zwischen Schlafmustern, genetischem Risiko und dem Gesamtrisiko für psoriatische Erkrankungen.

Kreuzprodukt-Interaktionsterme zwischen Kategorien des Polygenen Risiko-Scores (PRS) und Schlafmustern wurden in die vollständig adjustierten Modelle aufgenommen. Das Relative Excess Risk due to Interaction (RERI) wurde zur Untersuchung additiver Interaktionen berechnet.

Geringeres Risiko bei gutem Schlaf

Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 14,7 Jahren identifizierte das Team 4001 neue Fälle psoriatischer Erkrankungen. Im Vergleich zu Teilnehmern mit hohem PRS und niedrigen Schlaf-Scores wiesen Teilnehmer mit niedrigem PRS und hohen Schlaf-Scores das geringste Risiko auf (Hazard Ratio [HR] 0,35; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,28–0,43).

Obwohl zunächst keine signifikante Interaktion zwischen PRS und Schlafscore nachgewiesen wurde (p=0,08), zeigten nachfolgende Analysen mit einem medianbasiert dichotomisierten PRS sowohl multiplikative (p=0,003) als auch additive Interaktionen (RERI 0,36; 95%-KI 0,17–0,55; p<0,001).

In Mediationsanalysen wurden die Glycoprotein-Acetylierung, das Verhältnis von mehrfach ungesättigten zu einfach ungesättigten Fettsäuren sowie die alkalische Phosphatase als partielle Mediatoren der Assoziation zwischen Schlaf und psoriatischen Erkrankungen identifiziert. (ins)