Schlechteres Schlingen-Outcome bei hohem BMI

Vor Einsatz einer mitturethralen Schlinge kann eine Gewichtsreduktion ratsam sein. Foto: zinkevych – Fotolia.com

Ein höherer Body Mass Index (BMI) ist bei Frauen mit einem schlechteren Outcome der Inkontinenztherapie mittels retropubischer mitturethraler Schlingen verbunden. Dies ergab eine Studie aus Großbritannien.

Die Autoren um Fiona Bach vom Birmingham Women’s Hospital in England analysierten die Daten von 11.859 Patientinnen, die zwischen 2007 und 2016 eine mitturethrale Schlinge erhalten hatten. Je nach den lokal gegebenen Bedingungen wurden die Outcomes nach sechs Wochen oder nach drei, sechs oder zwölf Monaten erhoben. Die Outcomes wurden mittels Chi-Quadrat-Test mit den BMI-Gruppen in Beziehung gesetzt.

Mit steigendem BMI nahm die von den Patientinnen beurteilte Verbesserung ab. Frauen mit einem normalen BMI (18 bis <25) berichteten zu 91,6 Prozent, es ginge ihnen seit der Therapie besser; bei Frauen mit BMI über 30 war dies nur bei 87,7 bis 72 Prozent der Fall (p<0,001). Das von den Patienten mitgeteilte Outcome in Bezug auf die Belastungsinkontinenz war invers zum BMI korreliert: 97 Prozent der Frauen mit normalem BMI berichteten, sie seien geheilt oder ihre Kontinenz habe sich verbessert; bei den Gruppen mit höherem BMI wurde dies in 84 bis 94 Prozent der Fälle erreicht (p<0,005). In Bezug auf die Überaktive Blase nahmen die Probleme nach Angaben der Frauen ebenfalls zu, je höher der BMI war (p<0,05). Höhere Perforationsraten gab es sowohl bei sehr hohen als auch bei sehr niedrigen BMI-Werten.

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass ein erhöhter BMI mit schlechterem Outcome nach Einsatz einer mitturethralen Schlinge assoziiert ist, und den Patientinnen sollte die Gelegenheit gegeben werden, diese modifizierbare Variable zu ändern“, schließen die Autoren.

(ms)

Publikation:

Bach F, Hill S, Toozs-Hobson P. The Effect Of Body Mass Index On Retropubic Midurethral Slings. Am J Obstet Gynecol. 2018 Dec 18.