Schluckstörungen: Ösophageale Motilität per FLIP beurteilen18. April 2017 © magicmine – fotolia.com Schluckstörungen können verschiedene Ursachen haben. In manchen Fällen ist die Motilität des Ösophagus beeinträchtigt. Um dies zu beurteilen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. In der vorliegenden Studie haben US-amerikanische Forscher die funktionelle Bildgebung FLIP (Functional Lumen Imaging Probe) bei 145 Dysphagie-Patienten untersucht. Die Teilnehmer hatten sich einer endoskopischen Untersuchung mit einem 16 cm langen FLIP und einer hochauflösenden Manometrie (HRM) unterzogen. Letztere wurde anhand der Chicago Classification für Motilitätsstörungen beurteilt. Starke Beeinträchtigungen der ösophagealen Motilität galten als „Störung“, so die Studienautoren. Mithilfe eines speziellen Programms errechneten sie den Distensibilitätsindex (DI) des ösophagogastrealen Überganges (esophagogastric junction [EGJ]) aus den FLIP-Daten, um so topografische Kontraktionsmuster der Speiseröhre zu erstellen. Hier galt ein Ergebnis als „gestört“, wenn der DI unter 2,8 mm²/mmHg betrug oder das Muster entweder keine oder repetetive, retrograde Kontraktionen aufwies. Die HRM war bei 111 (77 %) Patienten auffällig. Dazu zählten 70 Fälle einer Achalasie (19 vom Typ I, 39 vom Typ II und 12 vom Typ III), 38 mit einer Obstruktion des Abgangs am EGJ und 3 mit Nussknacker-Ösophagus. Bei der FLIP-Topographie konnte bei 106 (95 %) Patienten eine Anomalie beobachtet werden. Hierzu zählten alle 70 Achalasie-Patienten. In wenigen Fällen (23 %) waren die HRM-Ergebnisse unauffällig. Fünf dieser Patienten litten an einer ineffektiven ösophagealen Motilität und 29 wiesen eine normale Motilität auf. In der FLIP-Topographie sahen die Forscher bei der Hälfte dieser Patienten eine Störung, worunter 37 % einen niedrigen EGJ-DI besaßen. Die Untersuchung per FLIP wird offenbar von den Patienten gut vertragen und ermöglicht Medizinern, die Motilität der Speiseröhre zu beurteilen. Insbesondere bei der Diagnose der Achalasie scheint das Verfahren Vorteile zu besitzen, heißt es. Bei Diskrepanzen zwischen FLIP und HRM könnten unterschwellige Motilitätsstörungen vorliegen, die einer gesonderte Abklärung bedürfen. Daher seien beide Untersuchungen eher als gegenseitige Ergänzung zu betrachten. Autoren: Carlson DA et al. Korrespondenz: Dr. Dustin A. Carlson, Northwestern University, Chicago, IL, USA; [email protected] Studie: Evaluation of Esophageal Motility Utilizing the Functional Lumen Imaging Probe Quelle: Am J Gastroenterol 2016;111(12):1726–1735. Web: www.nature.com/ajg
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