Schmerz als Auslöser für eine Myokardschädigung bei Patienten mit Hüftfrakturen

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Eine multizentrischen internationale klinische Studie gibt Hinweise darauf, dass verstärkte Schmerzen bei Patienten mit Hüftfrakturen mit myokardialen ischämischen Ereignissen in der perioperativen Phase assoziiert sind.

Schmerzen sind ein häufiges, aber oft vernachlässigtes Problem bei chirurgisch behandelten, stationär versorgten Patienten. Die internationale klinische Studie HIP ATTACK (HIP fracture Accelerated surgical TreaTment And Care tracK) war eine multizentrische, randomisierte kontrollierte Studie, in der bei 3000 Patienten die Auswirkungen einer beschleunigten chirurgischen Versorgung von Hüft­frakturen mit der Standardversorgung verglichen wurden.

Methodik

Die Autoren schlossen Patienten aus der HIP-ATTACK-Studie ein, bei denen mindestens eine Troponinmessung und eine Schmerzbewertung vorlag. Die Schmerzen wurden täglich bei der Krankenhausaufnahme anhand der Numerischen Rating-Skala (NRS) von 0–10 beurteilt. Die Primär­analyse umfasste alle verfügbaren Schmerzwerte, die gemittelt und anschließend in leichte (NRS 0–3), mäßige (NRS 4–7) und starke (NRS 8–10) Schmerzen vor und am Tag des ersten Troponinanstiegs kategorisiert wurden. Das primäre Outcome war ein Troponinanstieg aufgrund jeglicher Ursache, mit sekundären klinischen Endpunkten wie einer Myokardschädigung (aufgrund einer ischämischen Ätiologie), einem Myokardinfarkt und einer sich daraus anschließenden Kombination aus beiden Ereignissen.

Ergebnisse

Insgesamt 2430 (82 %) Patienten aus der ursprünglichen HIP-ATTACK-Kohorte (n=2970) gingen in die Analyse ein. Bei 45 Prozent der Probanden kam es zu einem Troponin­anstieg aufgrund jeglicher Ursache. In den adjustierten Modellen korrelierten mäßige (OR 3,90; 95 %-KI 3,02–5,05) und starke Schmerzen (OR 29,24; 95 %-KI 17,7–48,29) mit einem Troponinanstieg aufgrund jeglicher Ursache. Ebenso waren mäßige (OR 2,09; 95 %-KI 1,71–2,57) und starke Schmerzen (OR 6,04; 95 %-KI 4,49–8,12) mit einer Myokardschädigung assoziiert, während nur starke Schmerzen mit einem Myokard­infarkt zusammenhingen (OR 2,33; 95 %-KI 1,35–3,99). Sowohl mäßige als auch starke Schmerzen waren schließlich mit dem zusammengesetzten Endpunkt assoziiert.

(BIERMANN/bi)

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