Schmerzmediziner zur Krankenhausreform: „Desaster für Patienten mit chronischen Schmerzen verhindern“21. November 2024 Alarmstufe Rot für die schmerzmedizinische Versorgung. (Symbolfoto: ©Pixel-Shot/stock.adobe.com) Schmerzmediziner schlagen vor der Abstimmung über die geplante Krankenhausreform im Bundesrat erneut Alarm. Sie fordern die Einführung einer speziellen Leistungsgruppe, um die schmerzmedizinische Versorgung nicht zu gefährden. Am Freitag, 22. November 2024, soll sich im Bundesrat entscheiden, ob die von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach auf den Weg gebrachte Krankenhausreform kommt. Anlässlich dessen beklagt der Berufsverband der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD), dass bei der bereits vom Bundestag beschlossenen Krankenhausreform die Interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie (IMST) kein Bestandteil mehr einer zukünftigen stationären und teilstationären Versorgung sein soll. „Die IMST ist eine nachgewiesen effektive Komplexbehandlung und wird derzeit in rund 450 Krankenhäusern teil- bzw. vollstationär durchgeführt. Im ambulanten Bereich ist eine IMST nicht in der vertragsärztlichen Versorgung abgebildet. Da in der aktuell vorliegenden Version der Klinikreform eine Leistungsgruppe für diese spezialisierte Schmerztherapie nicht abgebildet und damit die Finanzierung nicht gesichert ist, steht die Zukunft der Versorgung einer großen Patientengruppe auf der Kippe“, verdeutlicht Prof. Joachim Nadstawek, Vorsitzender des BVSD. Schließungen von aktuell noch bestehenden Krankenhausabteilungen drohten, da notwendige Finanzierungsgrundlagen nicht mehr bestünden. Damit sei die Versorgung von vier Millionen Patienten mit schweren chronischen Schmerzen massiv gefährdet, betont Nadstawek. Der BVSD fordert daher die Vertreter der Länder im Bundesrat zur Anrufung des Vermittlungsausschusses auf. Hier soll nach dem Willen des BVSD die Einführung einer eigenen Leistungsgruppe „Interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie“ prioritär auf die Agenda gesetzt werden. „Wir appellieren eindringlich an die Bundesländer im Bundesrat, den Vermittlungsausschuss anzurufen. Dies ist die letzte Chance, ein Desaster für Patienten mit chronischen Schmerzen zu verhindern“, so Nadstawek.
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