Schmerzvariabilität bei Arthrose berücksichtigen

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Eine US-amerikanische Studie hat untersucht, ob die tägliche Schmerzvariabilität vor der Behandlung das Ansprechen auf die Therapie bei Knie-Arthrose vorhersagt.

Obwohl anerkannt ist, dass Arthrose-Schmerzen dynamisch sind, stützen sich die meisten klinischen Studien auf statische Einmalbewertungen. Nun wurde untersucht, ob die Einbeziehung der Schmerzvariabilität die Outcome-Sensitivität erhöhen kann. Die Ergebnisse zeigen, dass die Schmerzvariabilität vor der Behandlung ein robuster, unabhängiger Prädiktor für das Ansprechen sowohl auf das Wirkstoffpräparat als auch auf Placebo ist.

Methodik

Die Wissenschaftler bewerteten retrospektiv Daten von 345 Patienten mit Kniearthrose, die an zwei randomisierten Studien teilnahmen, in denen Naproxen (500 mg 2-mal täglich; n=190) mit Placebo (n=155) verglichen wurde. Die Teilnehmer berichteten über ihre täglichen Schmerzen (Numerische Rating-Skala 0–10) über 117 Tage hinweg. Quantifiziert wurden die Schmerzvariabilität vor der Arthrose-Behandlung (PTPV) anhand der Standardabweichung, die Auto­korrelation (AR) und die Wahrscheinlichkeit einer akuten Änderung (PAC; um mindestens 2 Punkte).

Der Responder-Status (mindestens 30 % Schmerzreduktion) wurde mittels logistischer Regression ermittelt und lineare Mixed-Effects-Modelle bewerteten die longitudinalen Schmerzveränderungen. Die Teilnehmer wurden nach Behandlungsarm und hoher/niedriger medianer PTPV stratifiziert und Korrelationen zwischen den Variabilitätsmetriken analysiert.

Ergebnisse

Eine höhere PTPV sagte das Therapieansprechen in den Wochen vier, acht, zwölf und 16 signifikant voraus (p<0,05). Obwohl sich beide Gruppen verbesserten, zeigten Probanden, die Naproxen mit hohem PTPV erhielten, über die Zeit hinweg eine stärkere Schmerzreduktion (p<0,001) als Untergruppen mit geringer Varia­bilität und Placebo. Der PTPV korrelierte nicht mit den Ausgangsschmerzen, was auf eine Unabhängigkeit vom Schmerzgrad hindeutet.

Darüber hinaus erfassten die Variabilitätsmetriken unterschied­liche Aspekte des Schmerzerleb­nisses: PTPV und PAC korrelierten stark (r=0,67), während AR negativ mit PAC (r= -0,25) und schwach mit PTPV (r=0,12) korrelierte. Keine der Metriken war mit den mittleren Schmerzwerten assoziiert. Die Einbeziehung dynamischer Schmerz­metriken könnte die Ergebnisvorhersage und das künftige Studien­design bei OA verbessern.

(BIERMANN/bi)