Schon leicht erhöhter Blutdruck kann bei jungen Erwachsenen auf Hirnschäden hinweisen30. Januar 2019 Ein gesunder Blutdruck liegt unter 120/80 mmHg. Ein erhöhter Blutdruck liegt über 140/90 mmHg. (Abb.: ©Albina_Glisic/Shutterstock.com/MPI CBS) Bereits ein leicht erhöhter Blutdruck steht bei Menschen im Alter zwischen 20 und 40 Jahren mit Veränderungen des Hirnvolumens in Zusammenhang. Das zeigt eine Studie des Max-Planck-Instituts für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS). Wie die WissenschaftlerInnen am MPI CBS in Leipzig herausfanden, hatten Menschen mit Blutdruck über dem Normalwert in bestimmten Bereichen des Gehirns häufiger weniger graue Substanz als Personen mit normalem Blutdruck. Ein gesunder Blutdruck liegt unter 120/80 Millimeter Quecksilber (mmHg). Ein erhöhter Blutdruck liegt über 140/90 mmHg. „Zuvor war die Annahme, dass Hirnschäden im Zusammenhang mit einem über Jahre hinweg bestehenden Bluthochdruck eine offensichtliche Folge dieser Erkrankung sind, aber unsere Studie legt nahe, dass schon geringfügige Veränderungen in der grauen Substanz des Gehirns bei jungen Erwachsenen beobachtet werden können, bei denen noch nie ein Bluthochdruck diagnostiziert wurde“, sagte Studienautor Arno Villringer. “Es muss noch weiter erforscht werden, ob dadurch das Risiko für Schlaganfall, Demenz oder andere zerebrovaskuläre Erkrankungen im späteren Leben erhöht werden kann.” Villringer ergänzte, die Forschung könne auch dazu beitragen, festzustellen, ob, wann und wie der Blutdruck über dem Normalwert bei jungen Erwachsenen überwacht und gesteuert werden sollte. Lina Schaare, Erstautorin und Forscherin im Team von Arno Villringer, hat den umfangreichen Datensatz für die Studie ausgewertet. 423 Personen mit einem Durchschnittsalter von 28 Jahren haben daran teilgenommen, sie unterzogen sich mindestens einem MRT-Gehirnscan und einer Blutdruckwertmessung. Einundvierzig Prozent der Teilnehmer hatten einen normalen Blutdruck, 29 Prozent hatten einen Blutdruck zwischen 120/80 und 129/84, 19 Prozent zwischen 130/85 und 139/89, und 11 Prozent hatten einen hohen Blutdruck. „Unsere Messungen zeigen: Menschen mit einem Blutdruck über dem Normalwert hatten eher ein geringeres Volumen an grauer Substanz in Bereichen des Gehirns, einschließlich der Stirn- und Parietallappen – also in Abschnitten des Großhirns, sowie des Hippocampus, der Amygdala und des Thalamus“, erklärte sie. Die Auswirkungen waren selbst dann vorhanden, wenn der Blutdruck als kontinuierliche Messung betrachtet wurde, was zeigte, dass das Volumen der grauen Substanz niedriger war, je höher der systolische oder diastolische Blutdruckwert war. „Obwohl die Studie nicht beweist, dass der über dem normalen Wert liegende Blutdruck diese Veränderungen der grauen Substanz im Gehirn ursächlich hervorruft, deutet diese Studie doch darauf hin, dass die Behandlung von Bluthochdruck oder die Aufrechterhaltung eines niedrigeren Blutdrucks im frühen Erwachsenenalter wesentlich dafür sein kann, zu verhindern, dass die Kaskade von stillen Gehirnveränderungen ohne Symptome zu letztlich schädlichen Bedingungen für die Organe wie Schlaganfall und Demenz führt“, schlussfolgerte Villringer. Originalpublikation: Schaare H.L. et al.: Association of peripheral blood pressure with gray matter volume in 19- to 40-year-old adults. Neurology, 23. Januar 2019
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