Schroeder: 100 Millionen Euro mehr für Hygiene16. September 2021 BvDU-Präsident Axel Schroeder. Foto: BvDU Bei der Eröffnungspressekonferenz zum 73. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) gab der am 16.09.2021 noch amtierende Präsident des Berufsverbandes der Deutschen Urologen (BvDU), Dr. Axel Schroeder, einen ersten Erfolg im langen Ringen der Fachärzte um bessere Vergütung ihrer Hygieneaufwendungen bekannt. Bei den Honorarverhandlungen im Erweiterten Bewertungsausschuss am Vortag sei ein Volumen von 100 Millionen Euro als allgemeiner Zuschlag für die Praxen aufgrund gestiegener Hygienekosten gefallen, so Schroeder. Für den BvDU-Präsidenten ist dies “ein erster Schritt in die richtige Richtung”, jedoch sei dies längst nicht genug. Schließlich ist die Forderung der Ärzte, die gestiegenen Hygieneanforderungen etwa Zystoskopien, besser vergütet zu bekommen, immer noch nicht erfüllt. Dennoch verbucht Schroeder den Zugewinn als Erfolg der “Hygienekampagne”, welche die Urologen zusammen mit anderen Facharztverbänden unter dem Dach des Spitzenverbandes Fachärzte Deutschlands (SpiFa) gerade durchführen. Dabei sollen hygieneintensive invasive Eingriffe wie die Zystoskopie nur noch in Notfällen durchgeführt werden (wir berichteten). “Die Fachärzte sind kampagnenfähig”, resümierte Schroeder. Nach einer ersten Kampagne im Jahr 2019 seien die Urologen diesmal nicht mehr allein, sondern auch Fachgebiete wie die Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und die Gastroenterologie hätten sich angeschlossen. Die Teilnahmerate schätzte Schroeder auf Nachfrage allerdings nur auf “30, 40, 50 Prozent”. Der BvDU-Präsident betonte, dass gerade vor dem Hintergrund einer grassierenden Pandemie an der Hygiene nicht gespart werden dürfe. “Hygiene gehört in die Gesundheitsversorgung”, so Schroeder. “Wir klären die Patienten auf, weil sie davon ausgehen, dass sie die richtige Hygiene bekommen”, erläuterte Schroeder. “Wir haben haben die Patienten auf unserer Seite”, versicherte er. Einsparpotenziale sieht der Urologe aus Neumünster in ganz anderen Bereichen: “Im Krankenhausbereich sind enorme Reserven vorhanden.” Der Krankenhaussektor steht laut Schroeder vor einer großen Reform, in der die ambulante Versorgung stärker gewichtet werden müsse. “Dies wird die Aufgabe der 20. Koalition sein”, so Schroeder mit Blick auf die Bundestagswahl am 26. September. (ms)
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