Schüler im Lockdown: Mehr Schlaf und weniger Mobbing11. Juni 2022 © taniasv – stock.adobe.com (Symbolbild) Mehrere Studien haben die Auswirkungen der Pandemie auf die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen untersucht, wobei meist über negative Folgen berichtet wurde. Nun zeigt eine britische Untersuchung einen ganz anderen Aspekt: Bessere Beziehungen zu Freunden und Familie, weniger Einsamkeit und Ausgrenzung, weniger Mobbing, eine bessere Bewältigung der schulischen Aufgaben sowie mehr Schlaf und Bewegung haben dazu geführt, dass sich ein Drittel der Schulkinder während des ersten Lockdowns in Großbritannien psychisch besser fühlte als zuvor. Das Forscherteam hatte untersucht, wie hoch der Anteil der Kinder und Jugendlichen war, dessen psychische Verfassung sich durch die Coronamaßnahme verbesserte, und was die Gründe hierfür waren. Dazu führten Emma Soneson von der Universität Cambridge, Großbritannien, und Kollegen eine deskriptive Analyse der Daten aus der OxWell-Schülerbefragung 2020 durch, einer Querschnittsbefragung englischer Kinder und Jugendlicher mit Selbstauskunft. Insgesamt 16.940 Jugendliche (8–18 Jahre) berichteten über Veränderungen ihres psychischen Wohlbefindens während des Lockdowns. Die Wissenschaftler gruppierten diese Jugendlichen im Hinblick auf schulische, häusliche, Beziehungs- und Lebensstilfaktoren sowie auf ihre Gefühle bei der Rückkehr in die Schule. Ein Drittel (33%) der befragten Schüler berichtete über eine Verbesserung des psychischen Wohlbefindens während des ersten Lockdowns im Großbritannien. Im Vergleich zu Gleichaltrigen, die über keine Veränderung oder Verschlechterung ihrer psychischen Verfassung berichteten, gab ein höherer Anteil der Befragten mit verbessertem psychischem Wohlbefinden an, dass er während des Lockdowns engere Beziehungen zu Freunden und Familie hatte, weniger Einsamkeit, Ausgrenzung und Mobbing erfahren hatte, seine schulischen Aufgaben besser bewältigte sowie mehr Schlaf und Bewegung hatte. Fazit Die Tatsache, dass ein nicht unerheblicher Teil der Kinder und Jugendlichen über ein verbessertes psychisches Wohlbefinden während des Lockdowns berichtete, sowie die Kenntnis der Gründe hierfür könnten nach Einschätzung der Autoren Aufschluss darüber geben, wie die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden von Kindern und Jugendlichen im Schulalter künftig gefördert werden könnten. Alle, die mit Kindern und Jugendlichen im schulpflichtigen Alter arbeiten, hätten nun die Möglichkeit zu prüfen, ob ein Systemwechsel erforderlich ist, um die Erfahrungen während der Pandemie zu verstehen und umzusetzen, resümieren Soneson und Kollegen. (ej) Autoren: Soneson E et al. Korrespondenz: Emma Soneson; [email protected] Studie: Happier during lockdown: a descriptive analysis of self-reported wellbeing in 17,000 UK school students during Covid-19 lockdown Quelle: Eur Child Adolesc Psychiatry. 2022 Feb 17:1–16. Web: https://doi.org/10.1007/s00787-021-01934-z
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